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	<title>Installations, videos and projects in public space</title>
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	<description>by Oliver Ressler</description>
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		<title>Art-Activist Symmetry in the artwork of Oliver Ressler</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 22:11:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<title>Comuna im Aufbau</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 19:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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Ein Film von Dario Azzellini &#38; Oliver Ressler, 94 Min., 2010
„Wir m&#252;ssen selbst entscheiden, was wir wollen. Wir sind diejenigen, die die Bed&#252;rfnisse kennen und wissen, was in unserer Community los ist“, erkl&#228;rt Omayra Pérez selbstbewusst. Sie will ihre Community eines an den H&#228;ngen von Caracas gelegenen Armutsviertels davon &#252;berzeugen, einen Consejo Comunal (Kommunalen Rat) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Under_Construction_52.jpg"><img title="Comuna_Under_Construction_52" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Under_Construction_52-220x123.jpg" alt="" width="244" height="140" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Under_Construction_77.jpg"><img title="Comuna_Under_Construction_77" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Under_Construction_77-220x123.jpg" alt="" width="244" height="140" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Under_Construction_114.jpg"><img title="Comuna_Under_Construction_114" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Under_Construction_114-220x123.jpg" alt="" width="244" height="140" /></a></p>
<p>Ein Film von Dario Azzellini &amp; Oliver Ressler, 94 Min., 2010</p>
<p>„Wir m&#252;ssen selbst entscheiden, was wir wollen. Wir sind diejenigen, die die Bed&#252;rfnisse kennen und wissen, was in unserer Community los ist“, erkl&#228;rt Omayra Pérez selbstbewusst. Sie will ihre Community eines an den H&#228;ngen von Caracas gelegenen Armutsviertels davon &#252;berzeugen, einen Consejo Comunal (Kommunalen Rat) zu gr&#252;nden. In &#252;ber 30.000 Consejos Comunales entscheiden die BewohnerInnen Venezuelas selbst kollektiv in Versammlungen &#252;ber viele Belange ihres Umfeldes. Omayra erh&#228;lt Unterst&#252;tzung von den AktivistInnen des „Emiliano Hernández“, einem Armenviertel in unmittelbarer N&#228;he, das bereits seit drei Jahren einen Consejo Comunal hat. Dort gelang es den BewohnerInnen, eine &#196;rztin aus dem Regierungsprogramm „Barrio Adentro“ in ihr Viertel zu holen, die alle kostenlos behandelt. Sie bekamen Gelder, um ihre H&#228;user selber zu renovieren und ersetzten ein Dutzend Wellblechh&#252;tten durch neue H&#228;user. Dies und viel mehr wurde &#252;ber den Consejo Comunal organisiert. In einer lokalen Selbstorganisierung von unten werden Arbeitsgruppen zu verschiedenen, selbst bestimmten Themen gebildet und Entscheidungen in Basisversammlungen getroffen.</p>
<p>Mehrere Consejos Comunales k&#246;nnen sich zu einer Comuna und schlie&#223;lich zu einer Kommunalen Stadt zusammenschlie&#223;en. Der Film „Comuna im Aufbau“ geht dieser Entwicklung in den Armenvierteln an den H&#228;ngen von Caracas und auf dem Land, in den weitl&#228;ufigen, wasserdurchzogenen Ebenen von Barinas, nach. Die R&#228;te werden von unten, parallel zu den bestehenden Institutionen aufgebaut und sollen durch die Selbstregierung den bestehenden Staat &#252;berwinden. „Auch wenn wir jetzt ganz sicher die offiziellen Organe brauchen, m&#252;ssen wir morgen auf Grund unserer Entwicklung unabh&#228;ngig sein. Wir k&#246;nnen nicht f&#252;r immer ausschlie&#223;lich vom Staat abh&#228;ngig sein“, erinnert Ramon Virigay von der unabh&#228;ngigen Bauernorganisation Frente Nacional Campesino Ezequiel Zamora (FNCEZ) auf einer Versammlung zum Aufbau der kommunalen Stadt „Antonio José de Sucre“ die Delegierten der beteiligten Consejos Comunales. Daher sollen die R&#228;te auch eigene Produktions- und Vertriebsstrukturen aufbauen und so eine Autonomie m&#246;glich machen.</p>
<p>Zentrales Element des Films „Comuna im Aufbau“ sind die Versammlungen. Der Film beginnt im gut organisierten Consejo Comunal Emiliano Hernández in einem Armenviertel von Caracas, gibt danach Einblicke in die Versuche, im l&#228;ndlichen Barinas Comunas und eine kommunale Stadt aufzubauen, und endet schlie&#223;lich in Petare, einem riesigen Armenviertel im Ballungsraum Caracas, wo 29 Consejos Comunales dabei sind, die Comuna von Maca aufzubauen.<br />
Staat und Autonomie in Einklang bringen, ist das &#252;berhaupt m&#246;glich? Die SprecherInnen der Consejos Comunales wissen alle von guten wie schlechten Erfahrungen mit den Institutionen zu berichten. „Dank der Inkompetenz der staatlichen Institutionen verlieren wir an Glaubw&#252;rdigkeit“, wirft die Basisaktivistin Yusmeli Patiño in einer Versammlung in Petare einem hohen Regierungsvertreter vor. Genauso gibt es aber auch MitarbeiterInnen von Institutionen, die alles tun, um die Basis in ihren eigenen Entscheidungen zu begleiten. Das Verh&#228;ltnis zwischen Basis und Institutionen ist von Kooperation und Konflikt gepr&#228;gt. Aber auch intern haben die Consejos Comunales Schwierigkeiten; Partizipation will gelernt sein. Fortschritte und R&#252;ckschl&#228;ge pr&#228;gen den schwierigen Prozess, tats&#228;chlich die Macht der Entscheidung &#252;ber das eigene Leben und das Umfeld zu erlangen.</p>
<p><span class="kleiner">Der Film ist in der spanischen Originalfassung, mit deutschen oder englischen Untertiteln verf&#252;gbar.</span></p>
<p class="kleiner">Konzept, Schnitt, Realisation: Dario Azzellini &amp; Oliver Ressler<br />
Kamera: Volkmar Geiblinger, Oliver Ressler<br />
Ton, Tonbearbeitung, Schnittberatung: Rudi Gottsberger<br />
Produktionsassistenz: Adriana Rivas<br />
Bildbearbeitung: Markus Koessl, David Grohe<br />
F&#246;rderungen: Bundesministerium f&#252;r Unterricht, Kunst und Kultur; Kulturabteilung der Stadt Wien; Stiftung Umverteilen; Rosa Luxemburg Stiftung; Solifond der Hans B&#246;ckler Stiftung; Fraktion die Linke im EU-Parlament; Bundestagsfraktion die Linke; Netzwerk e.V.</p>
<p class="kleiner">Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Austria License</p>
<p class="kleiner">
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Emiliano_Hernandez_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“Comuna Under Construction” (Part 1: Emiliano Hernández)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Barinas_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“Comuna Under Construction” (Part 2: Barinas)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/Comuna_Petare_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“Comuna Under Construction” (Part 3: Petare)</p>
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		<title>What Is Democracy?</title>
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		<comments>http://www.ressler.at/de/what_is_democracy_film/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 17:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[


Ein Film von Oliver Ressler, 118 Min., 2009
„What is democracy?“ („Was ist Demokratie?“) ist nicht eine Frage, sondern sind eigentlich zwei Fragen. Es ist zum einen die Frage nach der dominierenden Form der Demokratie, der parlamentarisch repr&#228;sentativen Demokratie, die im Film kritisch diskutiert wird. Zum anderen ist es die Frage, wie ein demokratischeres System aussehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_28.jpg"><br />
</a></p>
<p><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_11.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1421" title="WID_11" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_11-220x123.jpg" alt="" width="244" height="140" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_07.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1420" title="WID_07" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_07-220x123.jpg" alt="" width="244" height="140" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_28.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1419" title="WID_28" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_28-220x123.jpg" alt="" width="244" height="143" /></a></p>
<p>Ein Film von Oliver Ressler, 118 Min., 2009</p>
<p>„What is democracy?“ („Was ist Demokratie?“) ist nicht <em>eine</em> Frage, sondern sind eigentlich <em>zwei</em> Fragen. Es ist zum einen die Frage nach der dominierenden Form der Demokratie, der parlamentarisch repr&#228;sentativen Demokratie, die im Film kritisch diskutiert wird. Zum anderen ist es die Frage, wie ein demokratischeres System aussehen k&#246;nnte und welche organisatorische Form es annehmen k&#246;nnte.</p>
<p>Im Rahmen des Projekts wurde die Frage „Was ist Demokratie?“ zahlreichen AktivistInnen und politischen AnalystInnen in 15 St&#228;dten in der Welt gestellt; in Amsterdam, Berkeley, Berlin, Bern, Budapest, Kopenhagen, Moskau, New York, Rostock, San Francisco, Sydney, Taipeh, Tel Aviv, Thessaloniki and Warschau. Die Interviews wurden seit dem Januar 2007 auf Video aufgenommen. Obwohl allen Gespr&#228;chspartnerInnen dieselbe Frage gestellt wurde, ist das Resultat eine Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Ansichten von Menschen, die in Staaten leben, die &#252;blicherweise als „Demokratien“ bezeichnet werden.</p>
<p>Dieser Pool an Interviews bildet die Basis f&#252;r einen Film in acht Abschnitten, der eine Art globale Analyse &#252;ber die tiefe politische Krise des westlichen Demokratiemodells (re)pr&#228;sentiert. In einem der Videos erl&#228;utert Adam Ostolski (Warschau), dass „der moderne Demokratiebegriff von Anfang an mit dem Fortschrittsgedanken verbunden“ war und parlamentarische Staaten „eine Tendenz [zeigten] immer demokratischer zu werden, indem immer neue Typen politischer Akteure, neue Gruppen wie Arbeiterschaft und Frauen usw. usf. miteinbezogen wurden. […] Doch seit den 1980ern, seit dem Aufkommen des neoliberalen Trends in Politik und Wirtschaft, bildet sich die Demokratie zur&#252;ck.“ F&#252;r Lize Mogel (New York) hat sich die Situation so ge&#228;ndert, dass, wenn man heute „an repr&#228;sentative Demokratie denkt, man nicht zwangsl&#228;ufig an Individuen [denkt], die repr&#228;sentiert werden, sondern eher an Kapital, das repr&#228;sentiert wird.“ Nikos Panagos (Thessaloniki) argumentiert sogar, „dass Repr&#228;sentation und Demokratie zwei miteinander unvereinbare Begriffe sind. Daher kann man das gegenw&#228;rtige System unter keinen Umst&#228;nden eine Demokratie nennen. Es ist blo&#223; eine raffinierte Form der Oligarchie.“ W&#228;hrend in den Videos Ideen von direkter Demokratie oder die Entscheidungsfindungsprozesse in indigenen Gesellschaften ausgef&#252;hrt werden, wirft David McNeill (Sydney) die Frage auf, ob es denn &#252;berhaupt Sinn mache, „weiterhin um das Recht [zu k&#228;mpfen], den Begriff Demokratie f&#252;r sich zu beanspruchen und definieren zu d&#252;rfen“, oder ob er „von den Konservativen, die ihn f&#252;r sich beansprucht haben, schon so korrumpiert und beschmutzt worden [ist], dass es besser sei, sich geschlagen zu geben und sich auf die Suche nach geeigneteren Formen der Beschreibung dessen zu machen, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen.“</p>
<p>Der Film diskutiert den umk&#228;mpften Begriff der „Demokratie“, der von den Machthabern f&#252;r die Aufrechterhaltung der Ordnung missbraucht wird, w&#228;hrend „Demokratie“ zugleich jenes Ideal repr&#228;sentiert, das hunderte Millionen Menschen im globalen S&#252;den verzweifelt zu erreichen versuchen. Heute scheint es daher fast unm&#246;glich zu sein, gegen „Demokratie“ zu sein, obgleich sie immer leerer wird. Eine m&#246;gliche Strategie k&#246;nnte es daher sein, den Begriff „Demokratie“ mit neuer Bedeutung zu f&#252;llen. In diesem Sinne pr&#228;sentiert die Installation einen vielschichtigen Diskurs &#252;ber Demokratie, der ein breites Spektrum von Meinungen zum Ausdruck bringt, die &#252;ber die Grenzen von Nationalstaaten oder Kontinenten hinausgehen.</p>
<p>Der Film ist in acht Abschnitte gegliedert: „Repr&#228;sentation &#252;berdenken“, „Ausschlie&#223;ungspolitiken“, „Geheimhaltung anstelle von demokratischer Transparenz“, „Neue Demokratien?“, „Ist die repr&#228;sentative Demokratie &#252;berhaupt eine Demokratie?“, „Direkte Demokratie“, „Indigene Politiken wiedergewinnen“ und „Sollten wir das westliche Demokratiemodell dem M&#252;llhaufen der Geschichte &#252;berantworten?“.</p>
<p><span class="kleiner">Konzept, Interviews, Kamera und Tonaufnahme: Oliver Ressler<br />
Gespr&#228;chspartnerInnen: Kuan-Hsing Chen, Noortje Marres, Lin Chalozin Dovrat, Thanasis Triaridis, Tone Olaf Nielsen, Jo van der Spek, Cheikh Papa Sakho, Wolf Dieter Narr, Tiny a.k.a. Lisa Gray-Garcia, Joanna Erbel, Yvonne Riano, Trevor Paglen, Tadeusz Kowalik, Adam Ostolski, Boris Kagarlitsky, Michal Kozlowski, Lize Mogel, Rick Ayers, Nikos Panagos, Macha Kurzina, Gabor Csillag, Zachary Running Wolf, Jenny Munroe, David McNeill<br />
Schnitt und Produktion: Oliver Ressler<br />
Bildbearbeitung und Untertitel: David Grohe<br />
Animation: Zanny Begg<br />
Komposition und Tonbearbeitung: Rudi Gottsberger<br />
Footage: Sierpien 80 (© Telewizja Polska S.A.)<br />
Besonderer Dank gilt Louisa Avgita, Kai Bauer, Zanny Begg, Karen Bennett, Christine Boehler, Paul Chatterton, Amy Cheng, Eyal Danon, Hilla Dayan, Miklos Erhardt, Takis Fotopoulos, Frédérique Gautier, Peter Grabher, Hou Hanru, Laila Huber, Manray Hsu, Jens Kastner, Caroline Lensing-Hebben, Geert Lovink, Margarethe Makovec, Davor Miskovic, Nikos Panagos, Ted Purves, Gerald Raunig, Natalia Romik, Walter Seidl, Katharina Schlieben, Gregory Sholette, Kuba Szreder, Nora Theiss, Dmitry Vilensky, Tom Waibel<br />
&#220;bersetzung f&#252;r englische Untertitel: Harold Otto<br />
&#220;bersetzung f&#252;r deutsche Untertitel: Otmar Lichtenw&#246;rther<br />
&#220;bersetzung f&#252;r franz&#246;sische Untertitel: Lucile Gourraud-Beyron</span></p>
<p class="kleiner">F&#246;rderungen: ERSTE Stiftung, Kulturamt der Steierm&#228;rkischen Landesregierung, Kulturamt Stadt Graz, Otto-Mauer-Fonds, Biennale de Lyon, 2009</p>
<p class="kleiner"><br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_1_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />
</p>
<p>&#8220;What Is Democracy?&#8221;, Part 1 (Rethinking representation)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_2_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 2 (Politics of exclusion)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_3_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 3 (Secrecy instead of democratic transparency)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_4_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 4 (New democracies?)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_5_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 5 (Is representative democracy a democracy?)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_6_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 6 (Direct democracy)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_7_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 7 (Reclaiming Indigenous politics)</p>
<br /><img src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Part_8_Thumbnail.jpg" alt="media" /><br />

<p>“What Is Democracy?”, Part 8 (Should we consign the Western democracy model to the ash heap of history?)</p>
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		<title>Now-Time Venezuela, Part 1: Worker-Controlled Factories</title>
		<link>http://www.ressler.at/de/now_time_venezuela_ted_purves/</link>
		<comments>http://www.ressler.at/de/now_time_venezuela_ted_purves/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 14:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<title>What Is Democracy?</title>
		<link>http://www.ressler.at/de/what_is_democracy/</link>
		<comments>http://www.ressler.at/de/what_is_democracy/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 19:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Installation]]></category>

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		<description><![CDATA[
Eine 8-Kanal-Videoinstallation von Oliver Ressler
„What is democracy?“ („Was ist Demokratie?“) ist nicht eine Frage, sondern sind eigentlich zwei Fragen. Es ist zum einen die Frage nach der dominierenden Form der Demokratie, der parlamentarisch repr&#228;sentativen Demokratie, die in Film kritisch diskutiert wird. Zum anderen ist es die Frage, wie ein demokratischeres System aussehen k&#246;nnte und welche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Biennale_de_Lyon_14.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1469" title="WID_Biennale_de_Lyon_14" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Biennale_de_Lyon_14-220x147.jpg" alt="" width="244" height="165" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Biennale_de_Lyon_22.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1470" title="WID_Biennale_de_Lyon_22" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Biennale_de_Lyon_22-220x146.jpg" alt="" width="244" height="164" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Biennale_de_Lyon_06.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1468" title="WID_Biennale_de_Lyon_06" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/WID_Biennale_de_Lyon_06-220x146.jpg" alt="" width="244" height="164" /></a></p>
<h4>Eine 8-Kanal-Videoinstallation von Oliver Ressler</h4>
<p>„What is democracy?“ („Was ist Demokratie?“) ist nicht <em>eine</em> Frage, sondern sind eigentlich <em>zwei</em> Fragen. Es ist zum einen die Frage nach der dominierenden Form der Demokratie, der parlamentarisch repr&#228;sentativen Demokratie, die in Film kritisch diskutiert wird. Zum anderen ist es die Frage, wie ein demokratischeres System aussehen k&#246;nnte und welche organisatorische Form es annehmen k&#246;nnte.</p>
<p>Im Rahmen des Projekts wurde die Frage „Was ist Demokratie?“ zahlreichen AktivistInnen und politischen AnalystInnen in 18 St&#228;dten in der Welt gestellt; in Amsterdam, Berkeley, Berlin, Bern, Budapest, Kopenhagen, London, Melbourne, Moskau, New York, Paris, Rostock, San Francisco, Sydney, Taipeh, Tel Aviv, Thessaloniki and Warschau. Die Interviews wurden seit dem Januar 2007 auf Video aufgenommen. Obwohl allen Gespr&#228;chspartnerInnen dieselbe Frage gestellt wurde, ist das Resultat eine Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Ansichten von Menschen, die in Staaten leben, die &#252;blicherweise als „Demokratien“ bezeichnet werden.</p>
<p>Dieser Pool an Interviews bildet die Basis f&#252;r acht Videos, die in der Videoinstallation gezeigt werden. Die Installation (re)pr&#228;sentiert eine Art globale Analyse &#252;ber die tiefe politische Krise des westlichen Demokratiemodells. In einem der Videos erl&#228;utert Adam Ostolski (Warschau), dass „der moderne Demokratiebegriff von Anfang an mit dem Fortschrittsgedanken verbunden“ war und parlamentarische Staaten „eine Tendenz [zeigten] immer demokratischer zu werden, indem immer neue Typen politischer Akteure, neue Gruppen wie Arbeiterschaft und Frauen usw. usf. miteinbezogen wurden. […] Doch seit den 1980ern, seit dem Aufkommen des neoliberalen Trends in Politik und Wirtschaft, bildet sich die Demokratie zur&#252;ck.“ F&#252;r Lize Mogel (New York) hat sich die Situation so ge&#228;ndert, dass, wenn man heute „an repr&#228;sentative Demokratie denkt, man nicht zwangsl&#228;ufig an Individuen [denkt], die repr&#228;sentiert werden, sondern eher an Kapital, das repr&#228;sentiert wird.“ Nikos Panagos (Thessaloniki) argumentiert sogar, „dass Repr&#228;sentation und Demokratie zwei miteinander unvereinbare Begriffe sind. Daher kann man das gegenw&#228;rtige System unter keinen Umst&#228;nden eine Demokratie nennen. Es ist blo&#223; eine raffinierte Form der Oligarchie.“ Lisa Gray-Garcia (San Francisco) scheint dem zuzustimmen, wenn sie die repr&#228;sentative Demokratie als „gefakete Demokratie“ bezeichnet. W&#228;hrend in den Videos Ideen von direkter Demokratie oder die Entscheidungsfindungsprozesse in indigenen Gesellschaften ausgef&#252;hrt werden, wirft David McNeill (Sydney) die Frage auf, ob es denn &#252;berhaupt Sinn mache, „weiterhin um das Recht [zu k&#228;mpfen], den Begriff Demokratie f&#252;r sich zu beanspruchen und definieren zu d&#252;rfen“, oder ob er „von den Konservativen, die ihn f&#252;r sich beansprucht haben, schon so korrumpiert und beschmutzt worden [ist], dass es besser sei, sich geschlagen zu geben und sich auf die Suche nach geeigneteren Formen der Beschreibung dessen zu machen, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen.“</p>
<p>Die 8-Kanal-Videoinstallation diskutiert den umk&#228;mpften Begriff der „Demokratie“, der von den Machthabern f&#252;r die Aufrechterhaltung der Ordnung missbraucht wird, w&#228;hrend „Demokratie“ zugleich jenes Ideal repr&#228;sentiert, das hunderte Millionen Menschen im globalen S&#252;den verzweifelt zu erreichen versuchen. Heute scheint es daher fast unm&#246;glich zu sein, gegen „Demokratie“ zu sein, obgleich sie immer leerer wird. Eine m&#246;gliche Strategie k&#246;nnte es daher sein, den Begriff „Demokratie“ mit neuer Bedeutung zu f&#252;llen. In diesem Sinne pr&#228;sentiert die Installation einen vielschichtigen Diskurs &#252;ber Demokratie, der ein breites Spektrum von Meinungen zum Ausdruck bringt, die &#252;ber die Grenzen von Nationalstaaten oder Kontinenten hinausgehen.</p>
<p>Die acht Videos haben die folgenden Titeln: „Repr&#228;sentation &#252;berdenken“ (16 Min.), „Ausschlie&#223;ungspolitiken“ (23 Min.), „Geheimhaltung anstelle von demokratischer Transparenz“ (13 Min.), „Neue Demokratien?“ (23 Min.), „Ist die repr&#228;sentative Demokratie &#252;berhaupt eine Demokratie?“ (22 Min.), „Direkte Demokratie“ (22 Min.), „Indigene Politiken wiedergewinnen“ (18 Min.) und „Sollten wir das westliche Demokratiemodell dem M&#252;llhaufen der Geschichte &#252;berantworten?“ (13 Min.)</p>
<p>Die 8-Kanal-Videoinstallation wurde/wird in den folgenden Ausstellungen gezeigt:</p>
<p>„nochnichtmehr – Handeln im unmarkierten Raum“, <a href="http://www.boell.de">Heinrich-B&#246;ll-Stiftung</a>, Berlin (D), 09.09. – 10.10.09<br />
„The Spectacle of the Everyday“, <a href="http://www.biennaledelyon.com">Biennale de Lyon</a>, Lyon (F), 16.09.09 – 03.01.10<br />
„What Is Democracy?“, <a href="http://www.drugo-more.hr">Siz Gallery, Rijeka</a> (HR), 29.09. – 18.10.09 (Einzelausstellung)<br />
„What Is Democracy?“, <a href="http://www.acafspace.org" target="_blank">Alexandria Contemporary Arts Forum – ACAF</a>, Alexandria (ET), 12.03. &#8211; 01.04.10 (Einzelausstellung)</p>
<p class="kleiner">Konzept, Interviews, Kamera und Tonaufnahme: Oliver Ressler<br />
Gespr&#228;chspartnerInnen: Kuan-Hsing Chen, Noortje Marres, Lin Chalozin Dovrat, Thanasis Triaridis, Tone Olaf Nielsen, Jo van der Spek, Cheikh Papa Sakho, Wolf Dieter Narr, Tiny a.k.a. Lisa Gray-Garcia, Joanna Erbel, Yvonne Riano, Sami Bukhari, Trevor Paglen, Tadeusz Kowalik, Adam Ostolski, Boris Kagarlitsky, Michal Kozlowski, Ilaria Vanni, Lize Mogel, Rick Ayers, Janos Kiss, Nikos Panagos, Macha Kurzina, Clare Saunders, Ewa Majewska, Gabor Csillag, Zachary Running Wolf, Jenny Munroe, Jorge Joquera, Miranda Bergman, Patrick Watkins, Abram Mahmoadi, Anja Peter, Tracey Wheatley, Ilya Eric Lee, Berenice Hernández, David McNeill<br />
2. Kamera (Video 8): Volkmar Geiblinger<br />
Schnitt und Produktion: Oliver Ressler<br />
Bildbearbeitung und Untertitel: David Grohe<br />
Animation: Zanny Begg<br />
Komposition und Tonbearbeitung: Rudi Gottsberger<br />
Footage: Sierpien 80 (© Telewizja Polska S.A.)<br />
Besonderer Dank gilt Louisa Avgita, Kai Bauer, Zanny Begg, Karen Bennett, Christine Boehler, Paul Chatterton, Amy Cheng, Eyal Danon, Hilla Dayan, Miklos Erhardt, Takis Fotopoulos, Frédérique Gautier, Peter Grabher, Hou Hanru, Manray Hsu, Jens Kastner, Caroline Lensing-Hebben, Geert Lovink, Margarethe Makovec, Davor Miskovic, Nikos Panagos, Ted Purves, Gerald Raunig, Natalia Romik, Walter Seidl, Katharina Schlieben, Gregory Sholette, Kuba Szreder, Dmitry Vilensky und Tom Waibel.<br />
&#220;bersetzung f&#252;r englische Untertitel: Harold Otto<br />
&#220;bersetzung f&#252;r deutsche Untertitel: Otmar Lichtenw&#246;rther<br />
&#220;bersetzung f&#252;r franz&#246;sische Untertitel: Lucile Gourraud-Beyron<br />
F&#246;rderungen: ERSTE Stiftung, Kulturamt der Steierm&#228;rkischen Landesregierung, Kulturamt Stadt Graz, Otto-Mauer-Fonds, Biennale de Lyon 2009</p>
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		<title>Move From Your Couch!</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 20:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[The following interview with Oliver Ressler on “A World Where Many Worlds Fit” was conducted on 20/11/2008 for China Airlines Sky Couch Magazine, but its publication was cancelled “due to an unpredictable cause”…
Question: How do you select the works for the exhibition you are curating for the current Taipei Biennial? What can be the standard [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>The following interview with Oliver Ressler on “A World Where Many Worlds Fit” was conducted on 20/11/2008 for China Airlines Sky Couch Magazine, but its publication was cancelled “due to an unpredictable cause”…</em></p>
<p><strong>Question: </strong>How do you select the works for the exhibition you are curating for the current <a href="http://www.ressler.at/a_world_where_many_worlds_fit" target="_blank">Taipei Biennial</a>? What can be the standard for your choices?</p>
<p><strong>Oliver Ressler: </strong>All the invited artists focus in their exhibited works on the so-called counter-globalization movement. They don’t do their work from a neutral perspective, but they are active in the movement or identify with its main goals. In choosing existing videos, photographs, slides or installations from 12 international artists, I tried to cover some of the most important stations of this movement of the movements, which starts with the protests against the WTO in Seattle in 1999, leads over to Prague, Genoa, Buenos Aires, Gleneagles in Scotland, St. Petersburg and then to Heiligendamm in Germany.</p>
<p><strong>Q:</strong> Why do you call the counter-globalization movement, “the movement of the movements”?</p>
<p><strong>O.R.: </strong>“Counter-globalization movement” is actually a quite strange term, even though most people currently use it. The movement is not against globalization in general; for example, it is for the globalization of human rights, labor rights, indigenous rights or high environmental standards. In addition, this movement appears at these international summits of the World Bank, IMF, WTO or G8. Therefore, this movement is active on a global level and tries to globalize its resistance. The only globalization it definitely counters is the globalization of capitalism, and there are many reasons for that. The term “movement of the movements” refers to a horizontally organized movement of loose groups and individuals with no leaders.</p>
<p><strong>Q: </strong>Outside of street protest, what other methods enhance communal understanding?</p>
<p><strong>O.R.:</strong> The movement consists of ten thousands of groups and individuals all over the world, and most are active on a local level; for example, in community centers, squats, exchange rings, schools and much more. However, of course, the highest visibility is gained in these international demonstrations, because they occur at events with thousands of journalists from all over the world.</p>
<p><strong>Q: </strong>What do you think is a better solution to global issues if Leaders Summit Meetings such as G8 is not considered legitimate for determining global policy?</p>
<p><strong>O.R.:</strong> That is a quite a difficult question without a simple answer. The globalized capitalist societies have such a deep political, economic and ecological crises that problems cannot be solved, for example, by simply enlarging the states that define the main shapes of this world from a group of 8 to let’s say 30 states. I think our societies have to be changed in a way that guarantees a much more direct involvement of people in decision-making processes in those aspects that influence their lives. And then, there must be various levels of international meetings, where democratically elected delegates (not representatives) from smaller communities work on shaping the principles of how international relations should be organized. I think the system of representative democracy completely failed; at least how it exists nowadays, which is corrupted through the interests of the economic and political elites.</p>
<p><strong>Q:</strong> In your video work “<a href="http://www.ressler.at/what_would_it_mean_to_win/" target="_blank">What Would It Mean To Win?</a>” you try to discuss the possibility of using the term “we” in a social movement. What is your attitude to those who have different ideas? Is there a possibility of democracy on a global scale?</p>
<p><strong>O.R.:</strong> One exciting thing about participating in an art biennial is that many people from different backgrounds come together. I am very interested in presenting some viewpoints from the movement of the movements; for example, to an audience that is not familiar with these political ideas. In order to make such a movement more influential, it must become much bigger, so it is good to try different strategies to get allies in current and upcoming struggles. Still you have to define a precise border: people with nationalistic, sexist, racist or homophobic viewpoints have to be excluded from any progressive movement.<br />
A real functioning democracy on a global scale would be an ideal thing, but I even doubt that those states usually called democracies are real functioning democracies. Therefore, it will be a long, long struggle until we reach democracy, be it on a national or on a global level.</p>
<p><strong>Q: </strong>What is your wish for the New Year?</p>
<p><strong>O.R.: </strong>I am not a big fan of wishes… If we want something, we have to fight for it, otherwise it will not happen. The progressive social movements urgently need to get much, much stronger in the next year. It hurts to see that while huge financial crises fundamentally challenge the continuation of business as usual, no strong movement exists to not only criticize or kindly ask governments, but also that would simply force them to reboot this whole corrupt system and to free the way for social movements seeking to create a new system from below. No movement is yet strong enough to hinder nation-states from socializing the financial losses of banks and insurance companies. Unfortunately, in the upcoming decades, all people will have to pay for private financial losses of gamblers.</p>
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		<title>Every Revolution Is A Throw Of Dice…</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 10:19:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Elvira Vannini: The chaotic strategies responding to the economic neo-liberalism logic aim to capitalise not only the space, but also the social relationships reappraising urban space. If it is true that all cultural activities reflect the dominant economic system, would you say that now is time for an alternative? What do you think of democracy, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Elvira Vannini:</strong> The chaotic strategies responding to the economic neo-liberalism logic aim to capitalise not only the space, but also the social relationships reappraising urban space. If it is true that all cultural activities reflect the dominant economic system, would you say that now is time for an alternative? What do you think of democracy, and how does art intersect it?</p>
<p><strong>Marko Stamenkovic: </strong>In his most recent project entitled &#8216;La Buena Vida&#8217; (The Good Life), a New York-based artist Carlos Motta (born 1978 in Colombia) developed a set of interviews that he filmed in the last few years across Latin America. In an attempt to investigate and construct the public opinion on the idea of freedom across the continent of his own origin, Motta travelled to twelve cities all over Latin America during the three-year period (2005-2008): the result of such a <em>nomadic</em> approach is the variety of perceptions on democratic ways of government, as expressed by the citizens &#8211; being different by their various professional backgrounds and social statuses. All of them are united at least at one point of concern, that has been fundamental for Motta&#8217;s project: they are the subjects belonging to a common territory (of Latin America), whose experience of life has been shaped under the constant interventionist pressures by the United States. In that regard, and instead of giving any direct answer to your question, please let me draw your attention to a statement as formulated in one of the interviews in the project, so I quote it here in the following way: &#8220;For Democracy there must be Love&#8221;.<br />
Once I heard this sentence, it brought me immediately back to Derrida&#8217;s way of thinking: in one of his seminal works about the concept of democracy (<em>The Politics of Friendship</em>), Jacques Derrida approaches the issue of friendship in its analogy with politics. Being aware of the difference between the (apparently marginal) status of friendship in the hierarchy of fundamental political concepts (such as government, sovereignty, or citizenship), Derrida draws back to Montaigne and Aristotle in order to introduce &#8211; in a proper way &#8211; the figure of the <em>friend</em> onto the contemporary intellectual stage: for him, friendship plays &#8216;an organising role in the definition of justice, of the political experience, of democracy even.&#8217; This is why, in his addressing of political questions, the concept of friendship has been granted a privilege. And this is also why I want to believe that in the current constellation of powers, the social relations (being always dependent upon many different sources of influence, including the neoliberal economic logic, as you have properly noticed) need to maintain the power of resistance. And this power comes only as a result of hospitality, where the concept of <em>solidarity and mutual accommodation </em>of each others&#8217; viewpoints, long-term trust and sharing of common beliefs and ideals, participate in the processes of silent, but never-ending (either physical or virtual) construction of powers.</p>
<p><strong>Marco Baravalle:</strong> Setting a value to social relationships is one of the distinctive characteristics of current capitalism: to it we associate giving value to knowledge, languages, feelings and creativity. Contemporary art is based upon these elements, and one of its priorities could be that of reflecting on the theme of the greediness of capital towards social relationships. It is not a matter of democracy (a term that seems to be getting emptier and emptier in the current crisis panorama, and in need to be refilled with meaning), but it&#8217;s about the possibility for art to subvert its production relationships when &#8211; as I gather from your question &#8211; it shares its own instruments with what we generally address to as cognitive work. The interlocking between contemporary art and cognitive work seems to be not only a viable alternative, but a full of potential one.</p>
<p><strong>Elvira Vannini:</strong> I recall two quotes from Godard&#8217;s films. The first from &#8216;Made in U.S.A.&#8217;, where Anna Karina says &#8220;I have no words to say how much I hate the police&#8221;, and the second one from &#8216;British Sound&#8217;, where &#8220;more strike, more strike&#8221; is often repeated. Is it possible to live in a world of non-parallelisms to gain freedom, despite knowing that democracy is based on parallelisms?</p>
<p><strong>Marco Scotini:</strong> Our democracies are rather bizarre objects. Their most ordinary forms are the militarization of the police, the gated communities, the bulletproof cars, the autovelox placed at every second kilometer, the surveillance cameras every square meter, the more and more technologically improved biometric devices of control. As Hobsbawm recently stated, it is a world where the economy, instead of being a provider of mutual services, it is more and more a system of reciprocal inspections. Perhaps only a Martian could see this society as &#8220;democratic&#8221;.<br />
Let me recall a recent example. Not by chance, it is an example taken from the art system. Hans Ulrich Obrist &#8211; for Frieze Art Fair &#8211; called upon a series of great artists and intellectuals for a two days Manifesto Marathon, and invited them to rethink the tradition of the modernist manifesto. I mean that tradition which includes even Marx and Engels in its founders. All of this opposite the Serpentine Gallery, under a glass and wooden temporary pavilion, open on all sides &#8211; as designed by Frank Gehry &#8211; and surrounded by large numbers of bodyguards. The event was far from being a picket of artists and theorists. Rather, it was just another example of security device, of the art&#8217;s rule, staged by the new alliance between culture and market!! I believe that only today we can carry on naming &#8216;democracy&#8217; this progressive convergence of modern democracies and totalitarian states, not by chance, from the biopolitical grounds of contemporary sovereignty, and the fact that the capitalist production sphere has by now extended from the &#8216;working time&#8217; to the &#8216;living time&#8217;: there is no imaginable outside, no possible exterior. Once Lazzarato affirmed that until 1968 the work was the form of exploitation and surveillance; communication and language assume the same form for today&#8217;s capitalism. Thus, the production and circulation of images play a big role in all of this. I would like to add that this role could eventually transform into a freeing function, producing subjectivity. We must agree on what this role can be, though.</p>
<p><strong>Marko Stamenkovic:</strong> A Flemish friend of mine told me once (while we were discussing the very same subject somewhere in Antwerp earlier this year): &#8220;Don&#8217;t be so naïve &#8211; resistance is only a word, a phrase on a T-shirt&#8221;. I got mad, of course&#8230; although I must admit I understand his point of view. But still, let me answer to you: it IS possible to live in such a world &#8211; otherwise you could have never posed such a question, and I would have never been able to give you this answer, I guess. The powers I mentioned before are those that belong to the multiplicity of subjects involved in the common efforts (sometimes even without knowing each other, they are capable of recognizing each other); they are the powers taking place at the multiplicity of geopolitical points around the globe, simultaneously and with the same fervor NOT to accept the given, NOT to subscribe to the dominant order (without having a voice to put it explicitly into question), NOT to pretend and NOT to forget. And, of course, NOT to allow oneself to be easily appropriated, &#8216;adjusted&#8217; and consumed. For me, it is the question of constant <em>nomadism</em> (here understood as a way of being <em>critically engaged </em>with the multiplicity of subjects, places and contexts around the world, as opposed to the ways of being a mere &#8220;cosmopolite&#8221; urban dweller and traveller, or even worse &#8211; a cultural tourist) and also the question of <em>multiplicity</em> (and multi-layered, polyvalent, hyper-engagement on a daily basis), that produce the possibilities for change, within our own fields of interest and our own ways of being &#8211; either secluded or extremely open, from time to time, but always persistently present (as even the absence of presence &#8211; the shadows, so to say -reveals the power of Potentiality, in Agamben&#8217;s terms, for example).</p>
<p><strong>Elvira Vannini: </strong>As part of your artist&#8217;s practice you organise &#8216;theme-specific&#8217; exhibitions, with interventions in the public space. You work across a variety of media (video, documentary, inquiries) criticizing capitalist systems and neo-liberal economies, while creating platforms for resistance and offering social alternatives, together with the anti-globalisation movements. If the cultural activities reflect the dominant economic system, is this the right time for an alternative? What&#8217;s your point of view on democracy, and how does your art practice intersect it?</p>
<p><strong>Oliver Ressler: </strong>Nowadays it is not very special or radical anymore to say that the system of parliamentary democracy does not work in a way that it guarantees a fair involvement in democratic decision-making processes for the masses. It is rather working in favour of the political and economic elites and guarantees that the existing power-relationships and the unfair distribution of wealth are not being questioned. In my opinion, it is essential for progressive political movements not only to criticize the existing capitalist system, but to concentrate on visions for alternatives as well. Even when unfortunately in Europe the progressive social movements are far away from being strong enough to achieve a systemic change, I think at this point it is still very important to discuss different possibilities of how a non-capitalist economy and a more democratic society could be organized. In my project <em><a href="http://www.ressler.at/alternative_economics/" target="_blank">Alternative Economics, Alternative Societies</a> </em>I try to create a kind of archive installation, in which a variety of interesting models and theories for a radical systemic change can be listened to. As the people in their struggles will at some point in the future have to decide through which institutions and structures they would like to replace the capitalist order, it is important for me to present a variety of different concepts and models in my non-hierarchical archive. In the exhibition people get the possibility to choose among several different concepts according to their interests, combine them and make something new on the basis of this new knowledge, and are not being lead to one particular concept, which I chose for them.</p>
<p><strong>Elvira Vannini:</strong> The relationship between art practices, resistance movements and activism entails, at a radical level, the production of dissent as a new form of political representation. How can an artist (or a curator) play an active role in the society and in the cultural debate, how can he produce new forms of subjectivity, new leaderships, instances of resistance, and activism? Do you think the definition of a possible space for dissent, and for the initiative of those movements criticizing the economic globalisation, could be achievable? Which is the relationship between artistic practices and social transformation processes? Could you tell me, please, about your experiences?</p>
<p><strong>Marco Scotini:</strong> I believe the &#8216;artist&#8217; has its own radical responsibility. It is amusing to think of a cynical artist, who, for self-defence, follows the commercialization creed despite being aware of its ideological nature. I think this type of artist &#8211; a now widespread product of the Eighties &#8211; is fundamentally pathetic, as much as those who shield artists from the market, even knowing that the market&#8217;s capitalistic economy is extended to all fields, none excluded. It is manifest how both positions intend to protect an archaic version of the artist that no longer can be valid: it would be only a capitalistic mystification of character. I am convinced that nowadays we should no longer talk about the &#8216;artist&#8217;, but think of a collective &#8216;artistic function&#8217;, well familiar to those working on the boundary between art and contemporary activism. Refusing the role of expert, the artist becomes a sort of catalyst, not offering technical solutions, but pointing out the possible way to find them. This constant call to self-organisation, to individual activities, to auto-representation, should now be read in this sense. A sense meeting &#8211; in the Foucaultian acception &#8211; the production of subjectivities in an era of biopowers, as ours is. It is no longer a matter of creating alternative realities &#8211; as Adorno could have thought, when an &#8216;outside&#8217; was still possible &#8211; but production processes alternative per se. A large number of these artists or activists aim to transform the spectators in producers, and to break the existing barrier between the expert creating culture and its passive consumer. At this point, we could observe that Agamben refers also to this, when talking about the &#8216;desecration of devices&#8217;. So, it is not entirely erroneous to think of the ordinary man &#8211; of the new subjectivity &#8211; as a &#8216;potential terrorist&#8217; for sovereignty.</p>
<p><strong>Marco Baravalle:</strong> There is a multitude of possible answers to this question. My experience is, especially now, strongly connected to the Venetian space <a href="http://www.sale-docks.org" target="_blank">S.a.l.e.-Docks</a>: a space entirely dedicated to contemporary art, but started by a group of people with experience in community centres. An experience that we haven&#8217;t dismissed: S.a.l.e. is, in fact, part of a network of social spaces, extremely varied in their nature. This offers us a complexity degree still missing in all those spaces that, despite being extremely lively, concentrate their activities only in the artistic or cultural field. This allows to interlock &#8211; it is not by chance I am using this word again &#8211; our specificity of artistic space at work with the battles and discourses of subjects different from us, but propelled by the same need to create free and communal spaces within the metropolis.</p>
<p><strong>Elvira Vannini: </strong>In 2001 you participated in a rally against the World Economic Forum in Salzburg. In the video &#8220;<a href="http://www.ressler.at/democracy/" target="_blank">This is what democracy looks like!</a>&#8221; (2002), you show how this demonstration was stopped by the police, the demonstrators cordoned off, held captive and how the whole event was being manipulated not only by the media, but also by the police and politicians. A critique to globalised capitalism and false democracies, a lucid insight into human right&#8217;s violations, collective action and participative phenomena, spontaneously grown out and self-arranged on an international level. A similar critique applies also to your last film, &#8220;<a href="http://www.ressler.at/what_would_it_mean_to_win/" target="_blank">What Would It Mean To Win?</a>&#8221; (2008, with Zanny Begg) on the protests against the G8 summit in Heiligendamm (and earlier &#8220;<a href="http://www.ressler.at/disobbedienti/" target="_blank">Disobbedienti</a>&#8221; with Dario Azzellini in 2002). Marco Scotini talks of a &#8220;grey area&#8221; between art and politics, moving within which means exposure and activism. In such cases, which are the relationships between art and activism in a perspective of political militancy? Are they interchangeable? How does an artist express himself, and how can he play an active role in the debate about society and in the critical discourse?</p>
<p><strong>Oliver Ressler:</strong> I believe it makes a lot sense as an artist to focus on diverse activist practices, for the field of activism and for the field of art. Artist&#8217;s videos dealing with activist matters might add some interesting levels of reflection, could be used to address people who are not part of the inner circle of activism, and can inspire and mobilize people in other regions. Activists all over the world frequently present my videos for these or other reasons. The videos also make sense for the field of art, because they politicise it and expand it towards the borders of activisms. My hope is that the reason for the inclusion of political art works in major exhibitions has less to do with the continuous wish of the art system to absorb new things in order to renew itself and legitimize itself through this tendency, than that the majority of those curators who invite political art projects really see the potential to use the space of art as a space for a political debate and action. Therefore I am not so much interested in defining the distinctions between art and activism, but in making a small contribution to dissolve these borders.</p>
<p><strong>Elvira Vannini: </strong>Deconstructing histories, politics, institutional historic and artistic narrations: which is the regime of visibility for a so-called &#8216;political&#8217; exhibition, for example what does <em><a href="http://www.disobediencearchive.com/" target="_blank">Disobedience</a> </em>tell us about how art shows itself nowadays?</p>
<p><strong>Marco Scotini:</strong> I believe to think of an art exhibition today with such assumptions means to create platforms for a kaleidoscope of interventions, not recognisable even within the modern genealogy of art. While conjuring a multitude of possible formats, I am convinced contingency, and a precarious arrangement of an archive, could represent one of these platforms. From this point of view we can also understand the deconstruction of the neutrality of the exhibition space, and the narrations accompanying it, as well as the discursive spaces that founded it. Now we have to think of the image as &#8216;constituent image&#8217;, an heterogeneity of images slotting in the corporate media, cropping out from all the fields power penetrates into, beyond any juridical model of known sovereignty. There is a continuous and growing proliferation of this type of images that do not want to be counter-information, do not intend to deconstruct the mainstream imagery, but operate on a different level, intervening directly in the process of auto-production and auto-circulation of the images. The current exhibition should give voice to this pluralism of practices. &#8216;Disobedience&#8217; is an attempt in this direction.</p>
<p><strong>Elvira Vannini: </strong>In the discourse on production systems connected to post-fordist capitalism, Lazzarato locates the potentiality of some artistic practices for the deconstruction of the art system: the means of declaration and distribution of specific roles (the artist, the work, the curator, the viewer) and of the infrastructure of <em>governance</em> (museums, festivals, biennials) that reimpose the concept of property in art (borrowed from processes of capitalistic development). Which is the action field to undermine these power dynamics? In a perspective of political militancy, how can art and activism interweave?</p>
<p><strong>Marco Baravalle:</strong> Maurizio Lazzarato highlights a peculiarity in the artistic field. In art, he states, the distribution of specific roles and the governance infrastructure (intended as the molar dimension, according to a definition he borrows from Deleuze and Guattari) are useful elements towards the capitalistic development processes of art itself. This molar dimension should oppose to the molecular one, or the capability of a piece of work, an artist, a critical discourse, to generate new subjectivity, to change the way the spectator looks at himself and at the world. A revolutionary power. You will note that, to clarify the concept of molecular dimension, I have decided to apply molar categories; this because &#8211; and here is the important intuition by Lazzarato &#8211; when talking about art, the molar dimension and the molecular one cannot be put in a dialectic relationship, as the first is not antithetic to the second, and viceversa. This means that the molecular level, despite remaining effective and maintaining, in the best cases, a truly revolutionary potential, could never mutate the production relationships in the artistic realm. Despite the readymade, the avant-garde, the conceptual, et cetera, art remains a field strongly linked to the concepts of propriety, collecting, luxury, status quo celebration. Which way out can we foresee on the basis of these considerations? It is hard to tell: certainly we are very far from roles disappearance and traditional devices. As I already mentioned before, I believe nowadays it is becoming more and more necessary to highlight similarities between the artist and the cognitive worker as a worker of the contemporary. In the past there has never been a parallel situation, with such a similarity in technologies and (social) instruments between the fields. The effort should be organising and producing political subjectivity out of this similarity. Without nostalgia or a return to the past.</p>
<p><strong>Elvira Vannini:</strong> I would like to talk about the section &#8220;<a href="http://www.ressler.at/a_world_where_many_worlds_fit/" target="_blank">A World Where Many Worlds Fit</a>&#8221; you curated for the <a href="http://www.taipeibiennial.org" target="_blank">Taipei Biennial 2008</a>, which is dedicated to the movements against globalisation. The biennial curated by Vasif Kortun and Manray Hsu was centred on a thematic constellation in response to &#8220;the chaotic state of things in the age of globalisation&#8221;, examining the very concepts of resistance, neo-liberalism, frontiers and borders, divided countries, war situations, and so on. Thus, &#8220;A World Where Many Worlds Fit&#8221; is a political exhibition: in this case, what is the format of display? Could you talk about the project for Taipei?</p>
<p><strong>Oliver</strong> Ressler: At the beginning of 2008 Vasif and Manray invited me to present some of my videos on the counter-globalization movement in the biennial exhibition, which give some insight into certain aspects of the movement. After a couple of Skype conversations Vasif and Manray expanded the original invitation and asked me to curate a section within the biennial, in which I could invite further artists dealing with the movement of the movements. I liked the idea from the very beginning on, developed a concept and finally chose twelve artists. As it is a global movement, which is in particular visible when the demonstrations or blockades at the summits of the G8, the World Bank, International Monetary Fund, or the WTO take place, I decided to focus on these events. The decisions made at these summits affect the lives of all people in the world, but still take place behind fences and thousands of police, that became a symbol for the undemocratic and illegitimate formation of global capitalism. The artists I invited focus on these events from an inner-perspective of the counter-globalization movement. The artists are usually activists themselves and consider themselves as part of the movement.<br />
Through the art works the exhibition &#8216;A World Where Many Worlds Fit&#8217; makes visible how the strategies of the global movement changed after 911 and the intense level of repression at the G8 summit in Genoa &#8211; both incidents took place in 2001 and affected a lot the appearance of the movement in the coming years. Till 2001 a quite masculine, militant concept of direct confrontation with the police seemed to predominate. The crowed tried to gain access into the red zones directly through the police lines. The tactics of resistance somehow became smarter and elaborated over the years. Pink blocks and clowns question these forms of male-dominated direct confrontation with the police, and as the activities against the G8 summits in Heiligendamm and (with less success) Gleneagles proofed, with elaborated, smart concepts such as the &#8216;five finger tactic&#8217; it is still possible to achieve the same goal &#8211; namely to block a summit and create a symbol for the illegitimacy through it.</p>
<p><em>From: <a href="http://www.aroundphotography.it/" target="_blank">Around Photography</a> 14, 2008</em></p>
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		<title>Die Pariser Commune 1871</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 13:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
				<category><![CDATA[English transcriptions of the videos]]></category>

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		<description><![CDATA[Transkription eines Videos von O. Ressler in Zusammenarbeit mit Rebond pour la Commune, aufgenommen in Paris, Frankreich, 25 Min., 2004
Mein Name ist Alain Dalotel. Als Historiker arbeite ich auf dem Gebiet der Sozialgeschichte, wobei mein besonderes Interesse all jenen Fragen gilt, die mit Br&#252;chen zu tun haben: Kriegen, Revolutionen, Streiks, dem Feminismus, der ja auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Transkription eines Videos von O. Ressler in Zusammenarbeit mit <em>Rebond pour la Commune</em>, aufgenommen in Paris, Frankreich, 25 Min., 2004</p>
<p>Mein Name ist Alain Dalotel. Als Historiker arbeite ich auf dem Gebiet der Sozialgeschichte, wobei mein besonderes Interesse all jenen Fragen gilt, die mit Br&#252;chen zu tun haben: Kriegen, Revolutionen, Streiks, dem Feminismus, der ja auch Br&#252;che impliziert, und insbesondere der Pariser Commune, &#252;ber die ich auch mein letztes Buch geschrieben habe.</p>
<p>Wir befinden uns vor der Mur des Fédérés, wo viele Kommunarden begraben sind.</p>
<p>Die Frage nach den Urspr&#252;ngen der Commune gibt immer Anlass zu Debatten. Manche meinen, dass verschiedene Umst&#228;nde dabei zusammenwirkten: zum einen der Krieg von 1870 zwischen dem franz&#246;sischen Kaisertum und Preu&#223;en; f&#252;r andere wieder liegt die Antwort in der revolution&#228;ren Bewegung, die sicherlich auch von Bedeutung war, da die Erste Internationale bereits 1864 in London von Karl Marx und anderen gegr&#252;ndet worden war. Au&#223;erdem entstand in Paris w&#228;hrend der letzten Jahre des Kaisertums eine sehr starke revolution&#228;re Bewegung, weil das liberale Kaisertum &#246;ffentliche Versammlungen erlaubte. Verschiedenen revolution&#228;ren Gruppen gelang es dann, diese freie &#246;ffentliche Rede unter ihre Kontrolle zu bringen, und zwar lange vor der Commune, denn diese Tausenden von &#246;ffentlichen Versammlungen fanden bereits zwischen 1868 und 1870 statt. Dann brach der Krieg aus, und die Bewegung der demokratischen und freien Rede ging w&#228;hrend der Belagerung von Paris weiter: Es entstanden die so genannten „Roten Clubs&#8221; als direkte Nachfolger der &#246;ffentlichen Versammlungen, die man schlie&#223;lich verboten hatte. W&#228;hrend der Belagerung kam es zu einem ungeheuren demokratischen Aufbruch, der verschiedene individuelle Freiheiten betraf. Das Besondere an der Belagerung von Paris war, dass neben den regul&#228;ren Truppen auch die Bev&#246;lkerung von Paris in der Nationalgarde bewaffnet war: Etwa 300.000 M&#228;nner wurden daf&#252;r rekrutiert und mit Feuerwaffen, Chassepot-Gewehren und Kanonen bewaffnet. Das f&#252;hrte bald zu Volksaufst&#228;nden, da man die so genannte „Regierung der Nationalen Verteidigung&#8221; der Kapitulation und des Verrats beschuldigte. Hierin liegen also noch weitere Ursachen. Manche der Gr&#252;nde sind milit&#228;risch, andere sozial oder revolution&#228;r. Die Situation verschlechterte sich rapide unter den harten Bedingungen der Belagerung, die f&#252;r weite Bev&#246;lkerungsschichten Hunger und Elend brachte und vor allem zur Schmach der Kapitulation Ende Januar 1871 f&#252;hrte. In diese Zeit f&#228;llt auch die Schaffung einer neuen Organisation, der F&#246;deration der Nationalgarden, und das f&#252;hrt zu einem neuerlichen Aufstand am 18. M&#228;rz 1871.</p>
<p>Die Commune beginnt am 18. M&#228;rz 1871, dem Tag als die Fédérés (die Nationalgarde) und Anh&#228;nger Blanquis die Macht ergreifen, und endet am 28. Mai 1871 &#8211; 72 Tage, eine doch sehr kurze Zeit f&#252;r eine Revolution. Die Commune traf einige sozialpolitische Ma&#223;nahmen, die alle dasselbe hohe Ziel verfolgten: Ma&#223;nahmen f&#252;r Kinder, Lohnerh&#246;hungen etc., alles ging in dieselbe Richtung. Die interessanteste sozialpolitische Ma&#223;nahme und gleichzeitig diejenige, die der Bourgeoisie am meisten Angst machte, war das Dekret vom 16. April betreffend die Betriebe und Werkst&#228;tten, deren Inhaber geflohen waren. Diese Werkst&#228;tten sollten an die Komitees der Arbeitergewerkschaften &#252;bergeben werden. Das fl&#246;&#223;te den Menschen wirklich Furcht ein, denn diese Ma&#223;nahme der Commune war eindeutig sozialistisch ausgerichtet. Es erkl&#228;rt das Ausma&#223; der Unterdr&#252;ckung, die folgte. &#8211; Andererseits muss man auch bedenken, dass ein B&#252;rgerkrieg herrschte. Manche Gewerkschafter, die in den Reihen der Fédérés k&#228;mpften, waren gegen die Errichtung eines sozialistischen Systems, da sie glaubten, die Zeit sei noch nicht reif daf&#252;r. F&#252;r sie z&#228;hlte der Kampf gegen Versailles. Man darf nicht vergessen, dass im Westen von Paris, au&#223;erhalb der Stadtmauern, gek&#228;mpft wurde &#8211; gegen eine Versailler Armee, die rasch ihre Truppen verst&#228;rkte, bald auch mit der Unterst&#252;tzung Preu&#223;ens.</p>
<p>Die Commune wird oftmals mit der Idee einer direkten Demokratie in Verbindung gebracht. Was bedeutet das konkret?</p>
<p>Es gab sehr viele Wahlen, praktisch st&#228;ndig und &#252;berall &#8211; beinahe zu viele. Und aus allen m&#246;glichen Gr&#252;nden, innerhalb der Nationalgarde zum Beispiel, um unbeliebte F&#252;hrer abzusetzen. Diese direkte Demokratie war mit dem sofort widerrufbaren Mandat verbunden. Die zentrale Idee war das imperative Mandat: Ein Programm wird definiert und dann wird jemand beauftragt, es umzusetzen; tut er das nicht, muss er damit rechnen, seine Position zu verlieren. &#8211; Aber zur&#252;ck zum Thema. Am 26. M&#228;rz fanden also die Wahlen zur Commune statt, mit dem Ergebnis, dass eine Anzahl von Revolution&#228;rInnen ins Hôtel de Ville einzog. Diejenigen, die keine waren, legten ihr Mandat bald nieder. Und dann begannen die Debatten. Wir sprechen zwar von Debatten &#8211; diese bestanden jedoch zumeist nur aus gegenseitigen Beschimpfungen. Woche um Woche wurde heftig gestritten. Au&#223;erdem herrschte, wie es scheint, keineswegs Harmonie in der Beziehung zwischen der lokalen Bev&#246;lkerung und den gew&#228;hlten Mitgliedern: Immer wieder gab es Klagen &#252;ber deren mangelnden Einsatz. Bald begann der Volkszorn zu kochen, Kirchen wurden besetzt und „Rote Clubs&#8221; organisiert, wo die Menschen ihre eigenen Programme pr&#228;sentierten und ihre Kritik vorbrachten. Unter diesen Umst&#228;nden wurde die Situation immer schwieriger. Niemand h&#246;rte auf die Anweisungen anderer. Gegen Ende der Commune schien die Kluft zwischen den Repr&#228;sentantInnen und ihrer W&#228;hlerschaft immer tiefer geworden zu sein. Dies ging soweit, dass einige KommunardInnen sogar Selbstmord begingen. Die direkte Demokratie f&#252;hrte also am Ende zu einer sehr dramatischen Situation.</p>
<p>Man muss sehr vorsichtig sein: Manche sind zwar mit Karl Marx der Meinung, dass die Commune den Staat abgeschafft habe, aber ich glaube nicht, dass dies wirklich der Fall war. Die Commune hatte eine schwache Regierung, die auf der Basis von Kommissionen funktionierte, die so genannte Commission Exécutive. Sp&#228;ter, nach den milit&#228;rischen R&#252;ckschl&#228;gen, griff man auf alte Modelle wie das Komitee f&#252;r &#214;ffentliche Sicherheit zur&#252;ck, von denen zwei tats&#228;chlich realisiert wurden, aber nie funktionierten. Bei der staatskritischen Beurteilung der Commune ist also wirklich Vorsicht geboten: Dort wurde keine Gesellschaft ohne Regierung realisiert, diese war lediglich sehr schwach &#8211; und zwar aufgrund der permanenten Diskussionen, Konflikte und Debatten. Es war v&#246;llig unklar, in welche Richtung die Commune gehen w&#252;rde. Es gab eine starke Stimmung unter den einfachen Leute, die eben nicht von oben regiert werden wollten. Wenn auch das Wort Anarchist noch nicht existierte oder zu dieser Zeit eine andere Bedeutung hatte, so hatte die Commune doch einen sehr starken libert&#228;ren Aspekt. Marx zeichnet in seiner Schrift „Der B&#252;rgerkrieg in Frankreich&#8221; in der Tat ein beinahe anarchistisches Bild &#8211; was nicht ganz der Wahrheit entsprach. Im Hôtel de Ville gab es mehr Traditionelles als die meisten glauben. Des Weiteren war ein starkes jakobinisches Element vorhanden, das die Notwendigkeit einer Regierung &#8211; ja sogar einer Diktatur &#8211; postulierte. Und die Debatte zwischen Mehrheit und Minderheit zeigte, dass manche Leute anstelle der anderen entscheiden wollten. Aber im Unterschied zur Vergangenheit funktionierte das w&#228;hrend der Commune pl&#246;tzlich nicht mehr. Das war etwas ganz Neues auf politischer Ebene.</p>
<p>Ein Gro&#223;teil der Staatsbeamten war nach Versailles geflohen. Damit stand zum Beispiel der Postdienst vor einem gro&#223;en Problem: Alles musste neu organisiert werden, man musste Leute finden, die die Organisation wieder aufbauen und f&#252;hren konnten. Der Commune gelang es, all das zu tun und die geflohenen Beamten zu ersetzen. Auch die Polizeikr&#228;fte, die gegen Ende des Kaisertums und w&#228;hrend der Belagerung sehr unbeliebt gewesen waren, hatten Paris verlassen. Es war v&#246;llig undenkbar, dass auch nur ein einziger Polizist in der Stadt geblieben w&#228;re. Um bei diesem Beispiel zu bleiben &#8211; die Kommunarden schafften die Polizei ab, das Geb&#228;ude der Polizeiverwaltung wurde in „Ex-Polizeipr&#228;sidium&#8221; umbenannt. Polizeibeamte wurden durch Nationalgardisten ersetzt. Es gelang, das n&#246;tige Personal f&#252;r die Verwaltung der Stadt zu finden und Dienste wie Kanalisation etc. zu gew&#228;hrleisten. Das ist freilich kein spezifisch revolution&#228;res Charakteristikum. Man kann nur sagen, dass die Pariser ArbeiterInnenklasse ihre F&#228;higkeit bewies, das &#246;ffentliche Leben selbst zu organisieren. Aber noch einmal: Der revolution&#228;rste Aspekt der Commune lag nicht in ihrer administrativen St&#228;rke. Sie kamen damit gut zurande, doch ihre Aufgaben gingen freilich weit dar&#252;ber hinaus. Dennoch soll hervorgehoben werden, dass die Commune alle Anstrengungen unternahm, die ArbeiterInnenklasse in die Verwaltung der Stadt mit einzubeziehen.</p>
<p>F&#252;r manche &#8211; Marx war zum Beispiel dieser Ansicht &#8211; stellte die Commune eine Regierung der ArbeiterInnenklasse dar; Engels sprach von der Diktatur des Proletariats. Und die ArbeiterInnen spielten ohne Zweifel eine zentrale Rolle in dieser revolution&#228;ren Episode, aber zu glauben, dass die Commune zu einer allgemeinen &#246;konomischen Selbstverwaltung f&#252;hrte, ist doch etwas weit hergeholt. Schon w&#228;hrend des Kaisertums und der Belagerung gab es Versuche, Kooperativen zu entwickeln; diese wurden w&#228;hrend der Commune in gr&#246;&#223;erem Ma&#223;stab und in einer optimistischeren Umgebung weitergef&#252;hrt. Das Problem blieb jedoch dasselbe &#8211; die Finanzierung, was bedeutete, dass man sich mit den Banken verst&#228;ndigen musste. Au&#223;erdem wurde w&#228;hrend der Commune nicht die gesamte Wirtschaft auf eine sozialistische Grundlage gestellt, davon war man weit entfernt. Von den Arbeitgebern und Unternehmern blieben viele in Paris. Die Gro&#223;en der Industrie und des Finanzwesens fl&#252;chteten jedoch nach Versailles. Von der Banque de France blieben viele Leute vor Ort &#8211; und sie kamen mit manchen gew&#228;hlten Mitgliedern der Commune, wie zum Beispiel Charles Beslay, ganz gut aus. Die Banque de France wurde zwar von einigen revolution&#228;ren Bataillonen bedroht, die KommunardInnen &#252;bernahmen aber nie die Kontrolle &#252;ber die Bank. H&#228;tte die Commune etwas l&#228;nger bestanden, w&#228;re das wahrscheinlich geschehen. Jedenfalls wurde f&#252;r die Sicherheit der Bank gesorgt. Die wirtschaftliche Lage der Commune war vom B&#252;rgerkrieg bestimmt, daher wurden mit den Arbeitgebern und Unternehmern, die in Paris geblieben waren, viele Vertr&#228;ge erneuert. Es gab auf der anderen Seite einige wichtige Beispiele, wo es tats&#228;chlich zur Selbstverwaltung kam, wie im Louvre oder in manchen Vierteln, in denen man Werkst&#228;tten und Betriebe &#252;bernahm, deren Inhaber geflohen waren. Gewerkschafter und Internationalisten waren bem&#252;ht, diese selbstverwalteten Betriebe in einer radikaldemokratischen Umgebung zu f&#252;hren, was nicht immer sehr produktiv war. Aus einem Bericht von Avrial, einem gew&#228;hlten Mitglied f&#252;r den elften Bezirk, an Rossel, einen Milit&#228;r, der die Truppen der Commune f&#252;hrte, wissen wir, dass sich die Verwirklichung dieser neuen sozialistischen &#214;konomie als sehr schwierig erwies. Ein Grund, warum sie nicht besonders gut funktionierte, war auch, dass diese Frage sehr umstritten war. Ich schrieb einmal einen Artikel f&#252;r ein popul&#228;res Magazin, mit dem Titel „Le piège coopératif&#8221; („Die kooperative Falle&#8221;). Diese Frage war tats&#228;chlich Gegenstand heftiger Debatten zwischen den Revolution&#228;rInnen, die sofort die politische Macht &#252;bernehmen, die politische Arena besetzen und dann eine sozialistische Revolution herbeif&#252;hren wollten, und jenen, die dachten, man k&#246;nne allm&#228;hlich Boden gewinnen durch eine wirtschaftliche Revolution und die Entwicklung dieser Kooperativen. Das finanzielle Problem und die Organisationsfrage blieben jedoch ungel&#246;st. Zudem erhoben einige Revolution&#228;rInnen gegen&#252;ber den Kooperativen den Vorwurf, dort w&#252;rden von Neuem ausbeuterische Beziehungen geschaffen, zwischen den eigentlichen ArbeiterInnen der Kooperative und &#8211; zumeist j&#252;ngeren und schlechter bezahlten &#8211; Hilfskr&#228;ften. Darum ging es im Grunde bei der Debatte, die w&#228;hrend des ganzen 20. Jahrhunderts gef&#252;hrt wurde und auch heute noch andauert.</p>
<p>Einer der interessantesten Aspekte der Commune ist die Entwicklung einer starken Frauenbewegung. Die Frauen waren aus verschiedenen Gr&#252;nden in das Geschehen involviert. Eine historische Niederlage &#8211; die man besser aus der Erinnerung streicht &#8211; erlitten die Frauen w&#228;hrend der Franz&#246;sischen Revolution, wo ihre Emanzipationsbewegung von den Jakobinern unterdr&#252;ckt wurde. W&#228;hrend der Commune zeigten die Frauen erneut ihre St&#228;rke, inmitten einer sehr patriarchalisch gepr&#228;gten revolution&#228;ren Welt. Die Soldaten der Commune waren nicht gerade begeistert von der Vorstellung, dass sich Frauen an dem bewaffneten Kampf gegen Versailles beteiligen wollten. Schlie&#223;lich erhielten die Frauen, zumindest manche von ihnen, erst ganz am Ende Waffen, in der „semaine sanglante&#8221;, der blutigen Woche, zur Verteidigung des Montmartre. Dieses Ereignis war wirklich unglaublich: Sie lie&#223;en eine Gruppe von nur 50 Frauen die Commune retten, mit der Verteidigung des Montmartre, jenes Ortes, wo die Commune geboren wurde und die ihr Symbol war. Die Frauen errichteten Barrikaden und k&#228;mpften gegen die Feinde der neuen Ordnung; viele kamen um, manche konnten auch entkommen und von dem Geschehen Zeugnis ablegen.</p>
<p>Nach dem Fall der Commune oder ihrem „Scheitern&#8221; ging die revolution&#228;re Bewegung einen anderen Weg und folgte einer anderen Logik: Ziel war die Gr&#252;ndung einer organisierten Partei der ArbeiterInnenklasse. Das f&#252;hrte zur Gr&#252;ndung der Bolschewistischen Partei und anderen. Die Commune hatte man zwar nicht vergessen, doch sie wurde zur Negativreferenz &#8211; zu einem Beispiel, wie man es nicht machen soll. Und jetzt, wo alle diese Parteien und Staaten mit der Etablierung des Sozialismus gescheitert sind, richten viele Menschen in der ganzen Welt wieder ihren Blick auf die Pariser Commune von 1871 und versuchen, ihr auf den Grund zu gehen.</p>
<p>Was machte ihre St&#228;rke aus, wo lagen ihre Schw&#228;chen?</p>
<p>Meiner Meinung nach ist ihre St&#228;rke Teil ihrer Schw&#228;chen, und ihre Schw&#228;chen sind Teil ihrer St&#228;rke &#8211; das ist direkte Demokratie, diese Art der freien Meinungs&#228;u&#223;erung und der &#246;ffentlichen Diskussion. Angesichts der Umst&#228;nde &#8211; man befand sich mitten in einem B&#252;rgerkrieg &#8211; war die Zeit nicht eben ideal f&#252;r die Austragung von Debatten und hitzigen Disputen. Das bedeutet aber auch, dass wir von einer Commune tr&#228;umen, die nie existiert hat.</p>
<p>Auf milit&#228;rischer Ebene war die Situation nat&#252;rlich sehr kompliziert, da weder die gew&#228;hlten Mitglieder der Commune noch die F&#252;hrung der Nationalgarde irgendwelchen Anordnungen Folge leisteten. Die Minister oder Kriegsdelegierten wurden vollkommen ignoriert. Tats&#228;chlich konnte sich in diesen Positionen niemand lange halten. Es muss also gesagt werden, dass die KommunardInnen jede Form von Hierarchie strikt ablehnten. Wurde doch jemand f&#252;r eine leitende Position nominiert, dann nur, um seine Anweisungen zu missachten. Auch hier findet sich also wieder das libert&#228;re Element &#8211; wenn auch der Begriff damals noch nicht existierte -, das die Commune auszeichnet und f&#252;r sie typisch ist. Sie bleibt auch heute ein Bezugspunkt &#8211; in einer Zeit, in der wir einerseits den Zerfall des Sozialismus im Osten erleben oder erlebt haben, und wo andererseits der Neoliberalismus in der westlichen Welt nicht funktioniert. In dieser Situation kann es hilfreich sein, die Commune &#8211; ihre Ideen und die M&#246;glichkeiten ihrer praktischen Umsetzung &#8211; zu studieren.</p>
<p>Die Commune war negative und positive Referenz zugleich.</p>
<p>Als die revolution&#228;re Bewegung in eine andere Richtung ging, blieb als einziges Erbe jenes der tats&#228;chlichen bewaffneten Machtergreifung durch die KommunardInnen. Das galt f&#252;r die Bolschewiken wie f&#252;r die Spartakisten und alle anderen revolution&#228;ren Bewegungen, wenn auch heute nicht mehr viele davon existieren. Die Commune blieb immer in Erinnerung, im Sinne eines Gedenkens. Es gab auch andere Aspekte, etwa einen rein patriotischen. Die Commune diente nicht als Modell, und schon bald distanzierten sich selbst die franz&#246;sische ArbeiterInnenbewegung und anarchistische Gruppen von ihr. Es sollte in Frankreich keine Aufst&#228;nde mehr geben. Die ArbeiterInnerbewegung schlug sp&#228;ter einen anderen Weg ein: Der Generalstreik wurde ihr Kampfmittel, auch f&#252;r die Libertarier &#8211; sie waren es ja, die die gro&#223;en Gewerkschaften wie die CGT gr&#252;ndeten. Fand man auch einige Aspekte der Commune sympathisch, so sah man sie doch allgemein als etwas Negatives an. Mittlerweile hat sich die Situation grundlegend ge&#228;ndert; immer mehr Menschen interessieren sich f&#252;r die Commune. Jedenfalls hat diese Mur des Fédérés &#8211; vor der wir hier stehen &#8211; schon alles M&#246;gliche gesehen. Sie ist zur Pilgerst&#228;tte f&#252;r alle revolution&#228;ren Bewegungen dieser Welt geworden. Ich habe einmal einen Chinesen aus Shanghai getroffen, der mir von der proletarischen Kulturrevolution erz&#228;hlte. Er hatte von der Commune in der Schule geh&#246;rt, w&#228;hrend man dieses Thema an &#246;ffentlichen Schulen in Frankreich lange Zeit nicht behandeln durfte.</p>
<p>Von welchem Gesichtspunkt auch immer man es betrachtet: Die Pariser Commune war in erster Linie eine bewaffnete Revolution. Diese Feststellung sagt bereits viel &#252;ber die Methoden aus. In einer Zeitung der KommunardInnen stand einmal: „Jeder B&#252;rger ist ein Soldat.&#8221; Die grundlegende Idee der Fédération war, dass man keine vollen B&#252;rgerrechte bes&#228;&#223;e, wenn man nicht bewaffnet ist. Und das ist ein gro&#223;er Unterschied im Vergleich zu den heutigen Gesellschaften, in denen die Menschen aufgrund des Gewaltmonopols wehrlos gegen&#252;ber dem Staat sind. Was wirklich betont werden muss, ist, dass die Pariser Commune von 1871 eine direkte Demokratie war, deren spezielle Form jedoch nichts mit einer partizipatorischen Demokratie zu tun hatte. Das Ziel der Commune war die Ver&#228;nderung der Gesellschaft &#8211; und keine Reformen der &#246;ffentlichen Institutionen. 1871 wollten die Menschen eine Revolution und glaubten daran, diese mit Gewehren und Kanonen herbeif&#252;hren zu k&#246;nnen.</p>
<p>Leonine Champsey, eine der bedeutendsten Frauen der Commune, vielleicht bedeutender als ihre Freundin Louise Michel, schrieb einen sehr interessanten Artikel in ihrer Zeitschrift „La Sociale&#8221; &#8211; unter dem Titel „Les Soldats des Idées&#8221; („Soldaten der Ideen&#8221;).</p>
<p>In erster Linie war es das, worum es bei der Commune ging: dass die Menschen ihre Meinung sagen, Fragen diskutiert werden und eine Debatte &#252;ber die revolution&#228;re Utopie stattfindet. Weil Widerstand nicht ohne Utopie existieren kann, tappt er in die Falle eines kurzsichtigen Nationalismus. Der revolution&#228;re Sozialismus und der Kommunismus insgesamt, auch in seinen libert&#228;ren Tendenzen, baut auf einem Korpus von Ideen und vor allem auf Diskussionen auf. Und wenn uns die Commune etwas lehren kann, dann dies, dass wir uns zusammensetzen, diskutieren, debattieren und &#8211; wenn m&#246;glich &#8211; organisieren m&#252;ssen.</p>
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		<title>Arbeiterkollektive w&#228;hrend der Spanischen Revolution</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 13:24:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
				<category><![CDATA[English transcriptions of the videos]]></category>

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		<description><![CDATA[Transkription eines Videos von O. Ressler, aufgenommen in Alcoy, Spanien, 22 Min., 2004
Mein Name ist Salomé Moltó. Ich bin seit 1977 Mitglied der nationalen Konf&#246;deration der Arbeiter, engagiere mich auch heute noch f&#252;r die Gewerkschaft und bin dort f&#252;r verschiedene Bereiche verantwortlich.
Am 14. April 1931 wurde in Spanien die Republik ausgerufen. Der K&#246;nig dankte ab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Transkription eines Videos von O. Ressler, aufgenommen in Alcoy, Spanien, 22 Min., 2004</p>
<p>Mein Name ist Salomé Moltó. Ich bin seit 1977 Mitglied der nationalen Konf&#246;deration der Arbeiter, engagiere mich auch heute noch f&#252;r die Gewerkschaft und bin dort f&#252;r verschiedene Bereiche verantwortlich.</p>
<p>Am 14. April 1931 wurde in Spanien die Republik ausgerufen. Der K&#246;nig dankte ab und es begannen gesellschaftliche Ver&#228;nderungen, die die SpanierInnen nie zuvor erlebt hatten. Es folgten die so genannten „zwei schwarzen Jahre&#8221;, in denen die Rechte die Regierung stellte, danach gab es wieder eine linke Regierung: 1936, als die SpanierInnen mehrheitlich f&#252;r den „Frente Popular&#8221;, die Volksfront, stimmten, &#252;bernahmen die Linksparteien die Regierung, es kam zu Milit&#228;rrevolten und Aufst&#228;nden, die am 18. Juli 1936 begannen. Die Wirtschaftslage war zun&#228;chst recht gut, wurde jedoch sp&#228;ter von der Rechten boykottiert. Daher waren die Produktionskapazit&#228;ten nicht ausgelastet, die Wirtschaft schrumpfte, es gab weniger Arbeit und die L&#246;hne sanken. Diese Entwicklung begann 1936 mit der Republik der Linken (wie es in Spanien genannt wird), als die Volksfront an die Regierung kam; aber der Bev&#246;lkerung ging es weiterhin ziemlich schlecht.</p>
<p>1984 habe ich eine Studie &#252;ber ArbeiterInnenkollektive und Verstaatlichung in Alcoy durchgef&#252;hrt. Es war eine journalistische Arbeit, f&#252;r die ich verschiedene Leute &#252;ber ihre Erfahrungen befragt habe, um mir Aufschluss &#252;ber diese Zeit zu verschaffen. Am 18. Juli wurde ein Generalstreik ausgerufen und eine Kontrollkommission eingesetzt. Diese Kommission war von der Gewerkschaft CNT organisiert, die in Alcoy die Mehrheit hatte; ebenfalls beteiligt an der so genannten „Control&#8221; war die UGT, jedoch war ihr Anteil, in Prozenten ausgedr&#252;ckt, viel kleiner. Die Control war eine Art Komitee, in dem alle Gewerkschaften zusammengeschlossen waren und das die Kontrolle &#252;ber die Wirtschaft &#252;bernahm. Sie kollektivierten das Transportwesen, die Metall-, Textil- und Papierindustrie. Von diesem Zeitpunkt an regierte in Alcoy die Control.</p>
<p>Die Wirtschaft wurde ab sofort in Kollektiven zusammengefasst. Das betraf das Transportsystem, die Banken und sogar Friseursalons. Alle B&#252;rgerInnen bekamen einen Arbeitsplatz und erhielt 10 Peseten pro Tag &#8211; genauso viel erhielt ein freiwilliger Soldat, der gegen die faschistische Bewegung k&#228;mpfte. Alcoy erlebte auch einen sehr dramatischen Moment: Es gab dort eine Kaserne, voll besetzt mit Soldaten. Diese Soldaten waren die S&#246;hne der M&#228;nner, die vor der Kaserne standen und auf die Entscheidung der Armee warteten &#8211; ob sie den faschistischen Aufstand unterst&#252;tzen w&#252;rden oder ob die Nation zusammenstehen w&#252;rde. Nach langen Verhandlungen &#246;ffneten sich schlie&#223;lich die Tore der Kaserne, und V&#228;ter und S&#246;hne konnten einander in die Arme schlie&#223;en. Es w&#228;re sicher zu sehr dramatischen Szenen gekommen, wenn dort Blut geflossen w&#228;re. Aber Alcoy blieb republikanisch und viele Freiwillige schlossen sich im Kampf gegen den Faschismus zusammen.</p>
<p>In Spanien gab es viele verstaatlichte Bereiche. Katalonien war fast zur G&#228;nze kollektiviert, auch viele Provinzen in Aragón und insbesondere Alcoy. Diese Stadt ist ein Symbol aufgrund der Art und Weise, in der die Kommunistische Partei die Kollektive &#252;berall zu zerst&#246;ren versuchte: In Alcoy gelang es ihr nicht. Die SIM &#8211; eine Spezialtruppe des Heeres &#8211; erhielt den Befehl, die Kollektive aufzul&#246;sen, doch sie scheiterte aus zwei Gr&#252;nden: Erstens, weil die Metall verarbeitende Industrie Kriegsmaterial herstellte, das musste respektiert werden, da die Besch&#228;ftigten in Alcoy ansonsten die gesamte Produktion sabotiert h&#228;tten. Der zweite Grund war die Textilindustrie, die Bekleidung f&#252;r das Milit&#228;r produzierte. Die Kontrollkommission wandte sich direkt an das Kriegsministerium in Madrid und ersuchte um Genehmigung, f&#252;r die Republik Waffen herstellen zu d&#252;rfen. Dies wurde bewilligt, und so konnten die Leute in Alcoy rund um die Uhr in 8-Stunden-Schichten arbeiten. Alle begannen zu arbeiten; die Leute kamen zum Teil von weit her, es herrschte ja ein Mangel ein Arbeitskr&#228;ften, weil viele M&#228;nner an die Front gegangen waren, um zu k&#228;mpfen. Wie sah die Durchsetzung der Kollektivierung nun konkret aus? &#8211; Zun&#228;chst einmal wurde die Produktion unterteilt in jene Bereiche, die notwendige, und solche, die zus&#228;tzlich erw&#252;nschte Produkte herstellten. Die Lohnverteilung sah vor, dass einfache T&#228;tigkeiten und solche, die mehr Fachkenntnisse und Verantwortung erforderten, gleich entlohnt wurden. Ein Betroffener, der in diesem System als Techniker in der Bombenproduktion arbeitete, erz&#228;hlte mir in einem Interview, dass sein Chef, der ein Ingenieur war und dem die Fabrik geh&#246;rte, denselben Status wie die anderen ArbeiterInnen hatte.<br />
Die Kollektive in Alcoy umfassten alle Bereiche, die ganze Metall verarbeitende Industrie, die Textilindustrie, die Frisiersalons, Cafés und Banken &#8211; alles war zusammengeschlossen. Jeder f&#252;hrte seine Arbeit aus, und die Versammlung bestimmte, was jeweils zu tun war.</p>
<p>Die Wirtschaft war zu dieser Zeit nicht auf pers&#246;nliche Bereicherung ausgerichtet. Die Menschen erhielten ihren Lohn, der praktisch f&#252;r alle gleich war. Von unten nach oben konnte das Einkommen bis zu einem gewissen Ma&#223; steigen, das war vom Krieg abh&#228;ngig. Viele Leute waren Tagel&#246;hner und verdienten zehn Peseten am Tag, was nicht schlecht war, und das blieb auch so w&#228;hrend der ganzen Zeit. Es gab Gesch&#228;fte, wo die Bev&#246;lkerung ihren Bedarf an materiellen G&#252;tern decken konnte. Des Weiteren gab es einen lokalen und nationalen Handel: Alcoy lieferte beispielsweise Maschinen f&#252;r die &#214;lproduktion und &#228;hnliche Ger&#228;te. Im Austausch daf&#252;r erhielt die Stadt Gem&#252;se, Fleisch und andere lebensnotwendige Produkte aus den Ortschaften der Umgebung.</p>
<p>Niemand wurde gezwungen, sich den Kollektiven anzuschlie&#223;en, aber jeder war froh, mitmachen zu k&#246;nnen, denn es bedeutete ein h&#246;heres Einkommen und die Sicherheit, den pers&#246;nlichen Bedarf decken zu k&#246;nnen. Wenn ein solches System einmal eingef&#252;hrt ist, wird es automatisch nicht nur von einem kleinen Prozentsatz der Bev&#246;lkerung sondern von 99 Prozent der Nation unterst&#252;tzt. Die Firmeninhaber waren zum Teil an der Front, verschwunden oder blieben zu Hause. Die CNT suchte sie daheim auf, gab ihnen einen Ausweis und einen Job. Es gab in Alcoy kein gro&#223;es Blutvergie&#223;en, die Repression war sehr begrenzt. So wurde beispielsweise der Manager eines Unternehmens entlassen, um am n&#228;chsten Tag in einer anderen Position in derselben Firma wieder angestellt zu werden.<br />
Wichtig ist vor allem, wie sich diese Leute organisierten. Bei der &#220;bernahme eines Unternehmens wurde zun&#228;chst das Produkt bestimmt: Kriegsmaterial oder Maschinen. Bevor in Alcoy Kriegsausr&#252;stung produziert wurde, hatte man Wein- und &#214;lpressen f&#252;r den Export hergestellt. Das &#228;nderte sich total: Nachdem kein &#214;l mehr fabriziert wurde, war auch die Herstellung von Pressen in Alcoy nicht mehr sinnvoll. In der Folge ging man zur R&#252;stungsindustrie &#252;ber. Was die Leute verband, war der Auftrag. Sie erhielten die Anweisung, eine bestimmte Menge von Kriegsmaterial zu produzieren, zum Beispiel Busse oder Granaten. Daraufhin gingen die Besch&#228;ftigten an die Arbeit und bauten die bestehenden Maschinen dergestalt um, dass damit neue &#8211; angeforderte &#8211; Waren fabriziert werden konnten. Jeder hatte f&#252;r seinen jeweiligen Job die Verantwortung zu tragen. Das Ungew&#246;hnliche dabei war, dass es sich um keine permanenten Jobs handelte; jeder konnte die Leitung innehaben oder unter der F&#252;hrung eines anderen arbeiten. Normalerweise meldete man sich freiwillig f&#252;r eine bestimmte Aufgabe. Gab es f&#252;r eine Stelle keine Freiwilligen, wurden die Leute aufgefordert, doch Verantwortung zu &#252;bernehmen. Diese Positionen konnten aber jederzeit wieder entzogen werden. Wer den Erwartungen nicht entsprach, r&#228;umte sofort seinen Posten und begann in einer anderen Funktion. Die ArbeiterInnen waren aus diesem Grund sehr vielseitig, sie konnten in jeder Funktion arbeiten, und das war wichtig. Auf diese Weise waren die ArbeiterInnen nicht nur auf ihren jeweiligen Job konzentriert, sondern konnten auch leicht auf neue T&#228;tigkeiten umlernen, um die gew&#252;nschten Produkte herzustellen. Vergleicht man unsere heutige Gesellschaft mit dieser Struktur, treten die Unterschiede sofort hervor. Zun&#228;chst einmal wird dem Einzelnen heutzutage nicht mehr derselbe Wert beigemessen. Wir haben einige wenige SpezialistInnen, aber die Mehrheit der Menschen ist proletarisiert. Anders ausgedr&#252;ckt, die ArbeiterInnen sind zu reinen Automaten geworden, sie verstehen weder, warum sie ihre jeweilige Arbeit tun, noch den Mechanismus, der dahintersteckt. In der kollektivierten Wirtschaft Spaniens verstanden die Leute nicht nur ihren eigenen Job, sondern auch den ihrer KollegInnen. Sie konnten deshalb jederzeit die Position wechseln und problemlos verschiedene Funktionen aus&#252;ben. So war damals die Wirtschaft in den Betrieben strukturiert. Und was Probleme betrifft: Es gibt immer ein paar Leute, die etwas gegeneinander haben, und andere, die miteinander kooperieren, aber wenn man die Bedeutung der Arbeit versteht, wird man automatisch auch einen Gegner aufnehmen und zusammenarbeiten, sodass man letzten Endes gemeinsam zu einem positiven Ergebnis kommt. Dieser Punkt, dass die ArbeiterInnen die Wichtigkeit und Notwendigkeit jeder Aufgabe und damit jedes Kollegen/jeder Kollegin anerkannten, ist enorm zentral und machte die St&#228;rke der Kollektive aus.<br />
Wichtig war auch, dass jede Sektion der Kontrollkommission &#252;ber eine entsprechende Repr&#228;sentation verf&#252;gte und f&#252;r die Verwaltung der gesamten Gesellschaft verantwortlich war. Es gab die Metall verarbeitende Industrie, die R&#252;stung produzierte, die Textil- und die Papierindustrie. Wir stehen hier vor einem symboltr&#228;chtigen Geb&#228;ude, in welchem in den 1930er Jahren Papier &#8211; unter anderem das bekannte Zigarettenpapier „Bambú&#8221; &#8211; hergestellt wurde. W&#228;hrend der gesamten drei Kriegsjahre konnte der Betrieb aufrechterhalten werden. Dadurch wurde nicht nur f&#252;r viele Leute der Lebensunterhalt gesichert; sondern am Ende des Krieges hatte das Unternehmen einen Gewinn von f&#252;nf Milliarden Peseten auf der Bank zur&#252;ckgelegt. Das sagt viel aus. Au&#223;erdem waren die Werkshallen komplett renoviert und die Maschinen in bestem Zustand. Als die Inhaber wieder in ihre Betriebe zur&#252;ckkamen, konnten sie die T&#252;ren der Safes kaum schlie&#223;en, so gef&#252;llt mit Geldscheinen waren sie.<br />
Ver&#228;nderungen gab es auch in Bezug auf die Situation der Frauen &#8211; ihrer untergeordneten Position in der Gesellschaft. Durch die Revolution gewannen die Frauen ein Bewusstsein ihrer Lage, sie wurden unabh&#228;ngiger und aktiver, nicht nur in den Fabriken, wo Waffen produziert wurden, auch in anderen Kollektiven, wie etwa in der Verwaltung oder der Kinderbetreuung. Es gab gro&#223;e Vorhaben, gro&#223;e &#196;nderungen wurden in Angriff genommen. Zu jener Zeit war Federica Montseny Gesundheitsministerin. Die Frauen erk&#228;mpften ein neues Scheidungsrecht, die Abtreibung wurde legalisiert, und viele andere Projekte wurden durchgef&#252;hrt, um die enorme Benachteiligung, mit der die Frauen bis dahin leben mussten, zu beseitigen. Erst durch den Krieg &#228;nderte sich ihre Situation grundlegend, vorher hatte sich die Republik nicht wirklich um sie gek&#252;mmert.</p>
<p>Solidarit&#228;t, Gleichberechtigung und gegenseitiger Respekt &#8211; das sind f&#252;r mich die wichtigsten Faktoren in einer alternativen Gesellschaft. Damit w&#252;rden die Rivalit&#228;t, die Vereinzelung und die Konkurrenz unter den ArbeiterInnen ein Ende haben. Die Menschen sind verschieden und vielf&#228;ltig, und diese Pluralit&#228;t muss sich in gegenseitigem Respekt, Unterst&#252;tzung und Solidarit&#228;t konsolidieren &#8211; sonst wird das Zusammenleben in der Gesellschaft praktisch unertr&#228;glich. In der Realit&#228;t ist das Leben weiterhin von Egoismus bestimmt, mit den negativen Konsequenzen, die uns allen bekannt sind. In einer von Solidarit&#228;t gepr&#228;gten Gesellschaft hilft eine Person, die eine bestimmte Fertigkeit gut beherrscht, jemand anderem dabei und gibt so sein Wissen solidarisch weiter. Auf diese Weise w&#252;rden sich Schritt f&#252;r Schritt Egoismus, Neid und Unruhe abbauen lassen, von denen die heutige Gesellschaft beherrscht wird und die zu Auseinandersetzungen bis hin zu Gewalt und gegenseitiger Zerst&#246;rung f&#252;hren. Ich setze auf eine Gesellschaft, die friedlich und progressiv, voll R&#252;cksicht und Respekt ist.</p>
<p>Wie w&#252;rden wir eine neue, anarchistische Gesellschaft strukturieren? Zun&#228;chst einmal w&#228;re es wichtig, die Verh&#228;ltnisse zu analysieren, das Territorium, das Klima, zu sehen, was man dort produzieren und wie viele Menschen diese Region erhalten kann. Zur Verwaltung dieses Gebiets und ihrer Wirtschaftskraft brauchen die M&#228;nner und Frauen, die dort leben, das n&#246;tige Management und Know-how, nicht nur um Gewinn zu erwirtschaften, sondern auch f&#252;r die Verwaltung. In politischer Hinsicht w&#252;rde es F&#246;derationen geben, Zusammenschl&#252;sse von Regionen. Die Gewerkschaft w&#228;re folgenderma&#223;en organisiert: Jeder Arbeitsbereich ist in Sektionen unterteilt, und jede Sektion hat wiederum ihren eigenen Bereich, f&#252;r den sie verantwortlich ist. Auf diese Weise m&#252;sste jede Region wirklich die Verantwortung f&#252;r ihre eigene Realit&#228;t &#252;bernehmen und ihre eigenen Probleme l&#246;sen. W&#228;re sie dazu nicht in der Lage, m&#252;sste sie eine andere Region bitten, sie bei der Bew&#228;ltigung der Krise zu unterst&#252;tzen. So k&#246;nnten die jeweiligen Defizite kompensiert werden.</p>
<p>Die Zeit, um die es hier geht &#8211; die Jahre von 1936 bis 1939 -, war definitiv eine Periode der Gewalt, es herrschte Krieg. Aber die Menschen, die die Kollektive f&#252;hrten, waren nicht gewaltt&#228;tig. Sie lenkten die Betriebe ohne Gewalt und bewiesen damit, dass man mit einer guten Organisation, mit moralischen und ethischen Werten wie Solidarit&#228;t, dasselbe oder sogar mehr erreichen kann als mit Waffen. Ich bin fest davon &#252;berzeugt, dass sich kleine Gruppen zu Gemeinschaften zusammenfinden sollen, um untereinander dieselben Rechte und Pflichten zu genie&#223;en und durch Solidarit&#228;t verbunden zu sein. Dieses Modell steht im eindeutigen Gegensatz zur bestehenden Gesellschaftsordnung, in der die Menschen voneinander isoliert sind.</p>
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		<title>Die jugoslawische Arbeiterselbstverwaltung</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 13:22:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
				<category><![CDATA[English transcriptions of the videos]]></category>

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		<description><![CDATA[Transkription eines Videos von O. Ressler, aufgenommen in Belgrad, Serbien, 23 Min., 2003
Die jugoslawische Selbstverwaltung war in ihrer Zeit ein modernes System. Es stellte eine Mischung verschiedener &#246;konomischer Organisationsformen dar: weder Plansozialismus wie in der Sowjetunion, noch reine Markt&#246;konomie, sondern etwas dazwischen. Der jugoslawische Sozialismus war eine &#214;konomie mit gesellschaftlichem Eigentum, daneben gab es aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Transkription eines Videos von O. Ressler, aufgenommen in Belgrad, Serbien, 23 Min., 2003</p>
<p>Die jugoslawische Selbstverwaltung war in ihrer Zeit ein modernes System. Es stellte eine Mischung verschiedener &#246;konomischer Organisationsformen dar: weder Plansozialismus wie in der Sowjetunion, noch reine Markt&#246;konomie, sondern etwas dazwischen. Der jugoslawische Sozialismus war eine &#214;konomie mit gesellschaftlichem Eigentum, daneben gab es aber auch andere Eigentumsformen. Dieses System war in seiner Zeit sehr popul&#228;r, nicht nur bei der Linken, sondern auch bei anderen politischen Kr&#228;ften. Es bestanden verschiedene Organisationselemente: einerseits eine relativ strenge Kaderverwaltung der Partei; andererseits existierte in Jugoslawien auch eine unmittelbare Demokratie, besonders in den Betrieben &#8211; Parteikontrolle auf der einen, ArbeiterInnenselbstverwaltung auf der anderen Seite. Nat&#252;rlich standen diese beiden Kr&#228;fte &#8211; ArbeiterInnen und Kommunistische Partei &#8211; nicht immer im Gegensatz, hatten sie doch dieselbe Ideologie: den Kommunismus. Dennoch gab es einige Konflikte. Die reale, unmittelbare Demokratie fand nur auf der unteren Stufe statt; dort wurde eine Demokratie realisiert, in der wirklich alle Betroffenen an den Entscheidungen teilnahmen. Auf den h&#246;heren Ebenen jedoch bestand wie in allen anderen kommunistischen Staaten keine besonders demokratische Struktur. Es war eine straff organisierte Kaderpartei, die diese direkte Demokratie an der gesellschaftlichen Basis kontrollierte. Dieser Mischverfassung aus demokratischen und hierarchischen Elementen entsprach in der &#214;konomie die Verbindung von Markt und Planung. Besonders vom Jahr 1965 an bestand in Jugoslawien eine relativ freie Marktwirtschaft. Das war eine Antwort auf die Sowjetunion, so wie die gesamte jugoslawische Selbstverwaltungsideologie eine Art des Dritten Wegs &#8211; in Abgrenzung zur Sowjetunion &#8211; darstellte. Dieser Dritte Weg war &#8211; wie die jugoslawischen sozialistischen Funktion&#228;re nicht m&#252;de wurden zu wiederholen &#8211; weder Plansozialismus noch Kapitalismus. Es handelte sich um ein zwischen diesen beiden Extremen liegendes System &#8211; eine wirkliche Selbstverwaltungsdemokratie.<br />
Die Entscheidungen in den Betrieben wurden einerseits selbstst&#228;ndig getroffen, die ArbeiterInnenr&#228;te waren souver&#228;n, gleichzeitig standen die R&#228;te jedoch unter der Kontrolle der Partei. Man muss unterscheiden zwischen solchen Fragen, in denen die R&#228;te souver&#228;ne Entscheidungen treffen konnten, und jenen anderen, in denen sie von Weisungen abh&#228;ngig waren. In den ersten Bereich fielen beispielsweise die Entscheidungen, in welchem Verh&#228;ltnis der Gewinn des Unternehmens auf die Einkommen oder verschiedene Investitionen aufgeteilt werden sollte. Die ArbeiterInnenr&#228;te, in denen alle ArbeiterInnen &#8211; nicht nur die FacharbeiterInnen &#8211; vertreten waren, konnten in solchen Belangen autonom agieren. Im Gegensatz dazu gab es bestimmte Expertenfragen (rein technische Fragen, die die Technologie und Maschinerie betrafen), in denen die Entscheidungsmacht bei Fachleuten lag. Es lassen sich also drei Bereiche unterscheiden: 1. Expertenfragen, 2. die Verteilungsfrage innerhalb des Betriebes und 3. die Kaderfrage. Dort entschied immer das Parteikomitee, und die R&#228;te verf&#252;gten &#252;ber keine Souver&#228;nit&#228;t. Insgesamt handelte es sich also um eine gemischte Demokratie mit direkten und hierarchischen Elementen. Im Vergleich zum heutigen Jugoslawien, wo ein hemmungsloser Kapitalismus herrscht, funktionierte die Demokratie damals relativ gut. Die ArbeiterInnenklasse und die armen Leute besa&#223;en bestimmte souver&#228;ne Rechte, die sie heute nicht mehr haben. Man kann die jugoslawische Selbstverwaltung nicht pauschal als Totalitarismus ablehnen, aber man soll diese Form des Sozialismus auch nicht romantisieren. Fest steht, es war ein Einparteiensystem, in dem es gleichzeitig eine Form der direkten Demokratie an der Basis &#8211; in den Fabriken &#8211; gab. Ein Arbeiter konnte beispielsweise seine Stelle nicht verlieren, ohne dass der Arbeitsrat eingeschaltet wurde. Der Direktor konnte nicht alleine entscheiden. Auch in anderen sozialen Fragen, wie der Verteilung von Wohnungen, Urlaubszeit oder Einkommen, waren die ArbeiterInnenr&#228;te souver&#228;n.</p>
<p>Nat&#252;rlich gab es auch viele Probleme. Ich m&#246;chte hier nur einige strukturelle Schwierigkeiten nennen: Das jugoslawische Selbstverwaltungssystem entstand in einem relativ unterentwickelten Balkanstaat, vor allem in Bezug auf die Arbeitskraft. Es gab eine sehr unterentwickelte Bauernschaft in den 1950er Jahren, als die Selbstverwaltung begann. Es musste zuerst eine moderne industrielle ArbeiterInnenklasse geschaffen werden, was nicht so einfach war, da viele ArbeiterInnen stark in ihren D&#246;rfern verwurzelt waren. Die Bauern und B&#228;uerinnen sollten fortan in der Industrie arbeiten, was gro&#223;e Probleme verursachte &#8211; weder entsprach die b&#228;uerliche &#214;konomie noch die unreife politische Kultur dem emanzipatorischen Konzept der industriellen Selbstverwaltung in Form von Arbeitsr&#228;ten. Der balkanische Raum war durch Kriege und Diktaturen belastet, und wir hatten keine lange Tradition der politischen Kultur, doch das war die Voraussetzung f&#252;r das Funktionieren dieses Modells &#8211; ohne Kultur, Erziehung, Schule und fachliche Qualifikation gibt es keine Selbstverwaltung. Das zweite Problem, das ich schon erw&#228;hnt habe, war der Gegensatz zwischen der unmittelbaren Demokratie und der Kontrolle durch die Kader. Als drittes strukturelles Problem kam der Gegensatz zwischen reichen und armen Gebieten, reichen und armen Republiken in Jugoslawien hinzu, die sp&#228;ter zu reichen und armen Nationen wurden. Seit Beginn der 1960er Jahre fand ein latenter Kampf zwischen Reichen und Armen statt, Tito musste st&#228;ndig die Balance zwischen den gesellschaftlichen Kr&#228;ften finden. Dadurch wurde das Bestehen der jugoslawischen Selbstverwaltung stark erschwert.<br />
In Slowenien &#8211; der am weitesten entwickelten Republik &#8211; funktionierte das Modell am besten. Im Kosovo, in Mazedonien oder Montenegro, wo uralte Stammesstrukturen herrschten, konnte sich das demokratische R&#228;tesystem nie durchsetzen. Das f&#246;deral organisierte Jugoslawien, in dessen verschiedenen Gebieten zahlreiche kulturelle, religi&#246;se und industrielle Unterschiede vorherrschten, war sehr schwer zu regieren bzw. zu verwalten. Dennoch funktionierte es fast 40 Jahre lang. Tito erf&#252;llte in seiner Rolle als F&#252;hrer dieses widerspr&#252;chlichen, explosiven Staates eine &#228;u&#223;erst wichtige Funktion.</p>
<p>Die jugoslawische Selbstverwaltung war ein soziales und nationales Laboratorium. In sozialer Hinsicht beeinflussten viele Ideenkomplexe dieses Experiment: das Erbe der Pariser Commune, der serbischen Sozialdemokratie am Ende des 19. Jahrhunderts sowie die anarchistische Tradition, die sp&#228;ter eine wichtige Rolle bei der Kritik am Stalinismus spielte. Aus diesem Grund waren anarchistische (und einige trotzkistische) Elemente ideologischer Bestandteil von Titos Partei &#8211; sie waren n&#252;tzlich f&#252;r die Kritik an Stalin. Zudem war das jugoslawische Selbstverwaltungssystem &#8211; wie ich bereits erw&#228;hnt habe &#8211; ein nationales oder sogar &#252;bernationales Laboratorium. Unter diesem Regime lebten viele gegens&#228;tzliche Nationen in Frieden miteinander, die &#252;bernationale &#214;konomie funktionierte und Tito einte die Gebiete als popul&#228;rer F&#252;hrer. Das Charisma von Tito hatte &#8211; obwohl er autorit&#228;r war &#8211; eine klar kosmopolitische Funktion. Ich habe das einmal mit dem Charisma von Alexander dem Gro&#223;en verglichen. Er war ein autorit&#228;rer Herrscher, aber er vereinigte viele, bisher sehr kontr&#228;re V&#246;lker. So war das auch mit Tito.</p>
<p>Zum Schluss will ich daf&#252;r pl&#228;dieren, diese jugoslawische Selbstverwaltungsvergangenheit aus der richtigen Perspektive zu betrachten. Man muss sich die damalige Zeit vor Augen halten bevor man dieses System als autorit&#228;r verurteilt. Es war eine aufgekl&#228;rte autorit&#228;re, unmittelbare Demokratie &#8211; auch wenn diese Begriffskombination auf den ersten Blick sehr widerspruchsvoll erscheint. Meiner Meinung nach war es aber tats&#228;chlich eine widerspr&#252;chliche historische Situation, die man nicht mit eindeutigen Begriffen und Kategorien erfassen kann.</p>
<p>Ich glaube, Selbstverwaltung wird niemals altmodisch, sie symbolisiert keine vertr&#228;umte Romantik und keine Form der totalit&#228;ren Demokratie &#8211; als die sie heute von den meisten Liberalen dargestellt wird. Meiner Meinung nach handelt es sich um eine volle Demokratie, die in der heutigen Globalisierung leider unm&#246;glich geworden ist. Wie jede andere Idee braucht auch die der Selbstverwaltung ihre Zeit, in der die sozialen Gegens&#228;tze reif f&#252;r eine grundlegende Ver&#228;nderung sind. Diese Situation bestand in Jugoslawien in den 1950er und 1960er Jahren, als der Gegensatz zwischen Stalinismus und liberalem Kapitalismus sehr stark war. Ich glaube nicht, dass in der gegenw&#228;rtigen Situation des globalisierten Kapitalismus eine Selbstverwaltung dieser Art funktionieren w&#252;rde.<br />
Meine Vision einer w&#252;nschenswerten Gesellschaft ist vielschichtig. Jede historische Epoche schafft ihre eigene Vision. Meiner Meinung nach kann das aber nie ein ungez&#252;gelter Kapitalismus sein. Es braucht immer eine Mischung verschiedener Eigentumsformen, und vor allem eine friedliche Koexistenz unterschiedlicher nationaler und sozialer Gesellschaften. Ohne sozialen Frieden &#8211; das wissen wir am Balkan sehr gut &#8211; gibt es keine Visionen, keine Utopien, keine reifen Kritiken des Bestehenden. Deshalb steht meine Vision au&#223;erhalb des Kapitalismus in seiner heutigen Ausformung.</p>
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