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	<title>Installations, videos and projects in public space &#187; 2002</title>
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	<description>by Oliver Ressler</description>
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		<title>Disobbedienti</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Nov 2002 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  
Oliver Ressler &#38; Dario Azzellini, 54 Min.
Das Video &#8220;Disobbedienti&#8221; thematisiert die Entstehungsgeschichte, die politischen Grundlagen und die Aktionsformen der Bewegung der Disobbedienti (die Ungehorsamen) anhand von Gesprächen mit sieben Beteiligten.
Die Disobbedienti gingen während der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel im Juli 2001 in Genua aus den Tute Bianche hervor. &#8220;Tute Bianche&#8221; war die Bezeichnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/disobbedienti_01.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-431" title="disobbedienti_01" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/disobbedienti_01-220x200.jpg" alt="" width="220" height="200" /></a> <a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/disobbedienti_02.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-430" title="disobbedienti_02" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/disobbedienti_02-220x200.jpg" alt="" width="220" height="200" /></a> <a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/disobbedienti_03.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-429" title="disobbedienti_03" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/disobbedienti_03-220x200.jpg" alt="" width="220" height="200" /></a></p>
<p>Oliver Ressler &amp; Dario Azzellini, 54 Min.</p>
<p>Das Video &#8220;Disobbedienti&#8221; thematisiert die Entstehungsgeschichte, die politischen Grundlagen und die Aktionsformen der Bewegung der Disobbedienti (die Ungehorsamen) anhand von Gesprächen mit sieben Beteiligten.</p>
<div>Die Disobbedienti gingen während der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel im Juli 2001 in Genua aus den Tute Bianche hervor. &#8220;Tute Bianche&#8221; war die Bezeichnung für jene weiß gekleideten AktivistInnen aus Italien, die ihre durch Schaumstoff, Reifen, Helme, Gasmasken und selbst gemachte Schilde geschützten Körper bei direkten Aktionen und Demonstrationen als Waffe des zivilen Ungehorsams einsetzten. 1994 traten die Tute Bianche erstmals in Italien in einem gesellschaftlichen Umfeld in Erscheinung, in dem der in den 70er Jahren in der Produktion und in Arbeitskämpfen eine zentrale Rolle spielende &#8220;Massenarbeiter&#8221; schrittweise durch prekäre postfordistische Beschäftigungsformen abgelöst worden war. Die Tute Bianche beteiligten sich an Protesten gegen prekarisierte Arbeitsbedingungen und am Kampf der MigrantInnen für Bewegungsfreiheit, indem sie mit der speziell entwickelten Aktionsform der Demontage die Schließung von Abschiebelagern erzwangen. Die Tute Bianche waren Teil der Demonstrationen gegen die WTO in Seattle 1999 und den IWF in Prag 2000, entsandten Delegationen in den Lakandonischen Regenwald in Chiapas und begleiteten die zapatistischen Comandantes 3000 Kilometer weit nach Mexiko-Stadt.</div>
<div>Beim G8-Gipfel in Genua beschlossen die Tute Bianche, die identitätsstiftenden und namensgebenden weißen Overalls abzulegen, um in der Multitude der 300.000 DemoteilnehmerInnen aufzugehen. Der Übergang von den Tute Bianche zu den Disobbedienti, den Ungehorsamen, ist auch eine Entwicklung vom &#8220;zivilen Ungehorsam&#8221; zum &#8220;sozialen Ungehorsam&#8221;. Durch das repressive Vorgehen und die Massaker der Polizeikräfte in Genua wurde die Praxis des sozialen Ungehorsams von der Straße in die verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche hineingetragen. Der Disobbedienti-Sprecher Luca Casarini beschreibt daher im Video die Tute Bianche als subjektive Erfahrung und kleine Armee, die Disobbedienti hingegen als Multitude und Bewegung.</div>
<div>Die Disobbedienti setzen die Politikform der Tute Bianche fort und versuchen, eine gerechtere Legalität von unten zu schaffen. Es werden weiterhin spektakuläre Aktionen gegen Abschiebelager durchgeführt, wie die im Video gezeigte Demontage des Abschiebelagers in der Via Mattei in Bologna am 25. Januar 2002. Dazu kommen Versuche, den &#8220;sozialen Ungehorsam&#8221; als kollektive Praxis unterschiedlicher Gruppen weiterzuentwickeln, Waren- und Kommunikationsflüsse zu blockieren, Streiks einzelner Gruppen zu generalisieren, Generalstreiks zu planen und durchzuführen.</div>
<div>Die Gespräche mit den Disobbedienti wurden im Juli 2002 in Bologna und Genua auf Italienisch geführt. Das Video &#8220;Disobbedienti&#8221; gibt es mit deutscher und englischer Untertitelung.</div>
<p class="kleiner">Konzept, Interviewvorbereitung, Schnitt, Realisation: Oliver Ressler<br />
Interviews, konzeptionelle Mitarbeit, Übersetzung: Dario Azzellini<br />
Kamera: Claudio Ruggieri<br />
Ton: Rainer Antesberger<br />
GesprächspartnerInnen: Luca Casarini, Ulia Conti, Gianmarco de Pieri, Enrico Ludovici, Federico Martelloni, Francesco Raparelli, Francesca Ruocco</p>
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		<title>This is what democracy looks like!</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Sep 2002 18:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
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Für weitere Informationen über dieses Projekt von Oliver Ressler: http://www.ressler.at/democracy
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			<content:encoded><![CDATA[<p><p style="text-align: center;"><a href="http://www.ressler.at/democracy/"><img class="size-thumbnail wp-image-654 aligncenter" title="tiwdll" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/tiwdll.gif" alt="" width="150" height="100" /></a></p>
<p>Für weitere Informationen über dieses Projekt von Oliver Ressler: <a title="This is what democracy looks like!" href="../../democracy/" target="_blank">http://www.ressler.at/democracy</a></p>
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		<title>This is what democracy looks like (Liberalitas Bavariae)</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Sep 2002 19:05:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2002]]></category>
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		<category><![CDATA[öffentlicher Raum]]></category>

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Eine City-Light-Serie von Oliver Ressler im Stadtraum München im Rahmen der Ausstellung &#8220;Exchange &#38; Transform&#8221; des Kunstverein München

Von 14.5 bis 10.6.2002 werden in der Innenstadt Münchens an stark frequentierten Plätzen Plakate der Größe 175 x 119 cm als City-Lights präsentiert. Ausgangspunkt der Plakatserie ist das repressive Vorgehen von Politik und Polizei gegen die Demonstrationen anlässlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae_03.jpg"></p>
<p></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae_01.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-459" title="liberalitas_bavariae_01" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae_01-214x300.jpg" alt="" width="177" height="246" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae_03.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-461" title="liberalitas_bavariae_03" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae_03-211x300.jpg" alt="" width="177" height="250" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-460" title="liberalitas_bavariae" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/liberalitas_bavariae-300x224.jpg" alt="" width="306" height="229" /></a></p>
<p>Eine City-Light-Serie von Oliver Ressler im Stadtraum München im Rahmen der Ausstellung &#8220;Exchange &amp; Transform&#8221; des <a href="http://www.kunstverein-muenchen.de/">Kunstverein München<br />
</a></p>
<p>Von 14.5 bis 10.6.2002 werden in der Innenstadt Münchens an stark frequentierten Plätzen Plakate der Größe 175 x 119 cm als City-Lights präsentiert. Ausgangspunkt der Plakatserie ist das repressive Vorgehen von Politik und Polizei gegen die Demonstrationen anlässlich der 38. NATO-Sicherheitskonferenz, die vom 1.2 bis 3.2.2002 in München stattfand. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nahm eine unbelegte Behauptung des deutschen Verfassungsschutzes, dass 3000 &#8220;gewaltbereite Demonstranten&#8221; schwere Ausschreitungen und eine &#8220;Entglasung&#8221; der Innenstadt Münchens planen würden, zum Anlass, für ganz München ein dreitägiges Demonstrationsverbot zu verhängen. Diese Maßnahme wurde von der Aufhebung des Schengener Abkommens und einem Einreiseverbot für DemoteilnehmerInnen aus den Nachbarländern begleitet, um einen laut Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) &#8220;linksextremistischen grenzüberschreitenden Gewalttourismus&#8221; zu verhindern.</p>
<p>Über 3500 Polizeibeamte, Spezialfahrzeuge und Barrikaden wurden aufgeboten, um die behördlich verordnete Verletzung des Grundrechts auf Demonstrationsfreiheit während der NATO-Sicherheitskonferenz zu exekutieren.<br />
7000 KriegsgegnerInnen und KritikerInnen der ökonomischen Globalisierung versuchten, trotz Platzverboten, Absperrungen und Polizeikessel in der Münchner Innenstadt ihr Demonstrationsrecht durchzusetzen. 792 Personen wurden festgenommen, obwohl die Teilnahme an einer verbotenen Demonstration eigentlich nur eine (etwa mit einem Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vergleichbare) Ordnungswidrigkeit darstellt.<br />
Durch die Konstruktion fiktiver Bedrohungsszenarien wurden Menschen an der Ausübung ihrer demokratischen Rechte gehindert und die gerne behauptete &#8220;Liberalitas Bavariae&#8221; (die bayrische Liberalität) von Politik, Polizei, Verfassungsschutz und Medien mit den Füßen getreten.</p>
<p>Die drei Plakatsujets der City-Light-Serie verbinden das vor Ort vorhandene Wissen um die Geschehnisse rund um die NATO-Sicherheitstagung mit der Tatsache, dass ein Monat nach dem vom SPD-Oberbürgermeister verhängten totalen Demonstrationsverbot dessen Politik &#8211; und damit auch die Einschränkung demokratischer Rechte &#8211; bei den Stadtratswahlen durch einen fulminanten Wahlsieg bestätigt wurde. In der Arbeit &#8220;This is what democracy looks like (Liberalitas Bavariae)&#8221; werden daher in den City-Light-Plakaten die SPD-Wahlkampfslogans &#8220;München braucht mehr Rot!&#8221; und &#8220;Es geht um München.&#8221; mit den Ereignissen rund um die Demonstrationsverbote kombiniert. Die an unterschiedlichen Orten in der Innenstadt präsentierten Plakatsujets bilden eine offene Struktur und erlauben keine eindeutige Zuordnung, wer hinter den Plakaten steht. Bei zwei der Plakate wäre es sogar möglich, dass PassantInnen eine auf die Außerkraftsetzung der Grundrechte stolze Münchner SPD für die Urheber hielten. In diesen Fall würde dieser Eingriff in die &#8220;Ordnung des Diskurses&#8221;, wie Foucault jenes wesentliche Element der Machtausübung bezeichnet, die Schwächung der Position des vermeintlichen Autors SPD auf der symbol-politischen Ebene bedeuten. Das dritte Plakat ist in seiner Aussage eindeutig: &#8220;Die Einschränkung demokratischer Rechte hat viele Abkürzungen&#8221; ist neben den Kürzeln CSU, SPD, KVR, VGH und UDE zu lesen.</p>
<p>Diese Intervention im Stadtraum steht in einer inhaltlichen Verbindung zum Video &#8220;<a href="../../democracy">This is what democracy looks like!</a>&#8221; (38 min., 2002) über einen Polizeikessel anlässlich der ersten so genannten Anti-Globalisierungsdemonstration in Österreich. Das Video war ebenfalls im Rahmen des Ausstellungsprojekts &#8220;Exchange &amp; Transform&#8221; im Kunstverein München von 26.04. bis 01.09.02 zu sehen.</p>
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		<title>Erich Fried Passage</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Sep 2002 18:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[2002]]></category>
		<category><![CDATA[permanente Installation]]></category>

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Nach einem geladenen Wettbewerb wurden Oliver Ressler und Martin Schmidl von der Stadt Kapfenberg (A) mit der Realisierung von zwei Installationen beauftragt, die dem Autor Erich Fried gewidmet sind. Seine politischen Gedichte und seine Liebeslyrik machten Erich Fried (1921 &#8211; 1988) zu einem der bedeutendsten und engagiertesten deutschsprachigen Autoren seiner Zeit.
Die Installation Oliver Resslers besteht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_03.jpg"></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_01.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-434" title="erich_fried_01" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_01-300x221.jpg" alt="" width="235" height="173" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_02.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-436" title="erich_fried_02" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_02-224x300.jpg" alt="" width="197" height="262" /></a><a href="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_03.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-435" title="erich_fried_03" src="http://www.ressler.at/cms/wp-content/uploads/erich_fried_03-300x249.jpg" alt="" width="229" height="187" /></a></p>
<p>Nach einem geladenen Wettbewerb wurden Oliver Ressler und Martin Schmidl von der Stadt Kapfenberg (A) mit der Realisierung von zwei Installationen beauftragt, die dem Autor Erich Fried gewidmet sind. Seine politischen Gedichte und seine Liebeslyrik machten Erich Fried (1921 &#8211; 1988) zu einem der bedeutendsten und engagiertesten deutschsprachigen Autoren seiner Zeit.</p>
<p>Die Installation Oliver Resslers besteht aus zwei 1,5 x 1,5 m großen Leuchtkästen und einer 46 m langen Bodenbeschriftung im Zentrum Kapfenbergs. Die Text-/Bildmontagen der beiden Leuchtkästen kombinieren thematisch und assoziativ Textausschnitte aus Erich Frieds literarischem Werk mit Fotografien und einer Zeichnung aus dem Nachlass. Die ausgewählten Texte setzen sich mit dem kapitalistischen Gesellschaftssystem, möglichen Alternativen dazu, mit Sozialismus und Fragen der Demokratie auseinander. Diese inhaltliche Schwerpunktsetzung bildet das Verbindungsglied zwischen der politischen Haltung und Literatur Frieds und der Geschichte und Gegenwart der obersteirischen Industriestadt Kapfenberg. Der in der Altstadtpassage in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem nach dem Widerstandskämpfer Koloman Wallisch benannten Hauptplatz installierte Leuchtkasten fokussiert anhand von Ausschnitten aus dem Text &#8220;Die Arbeiterbewegung als kulturelle Kraft&#8221; (1987) Frieds Ansichten über Sozialismus und Arbeiterkampf. Der Text lautet:</p>
<p>&#8220;Man kann sich z. B. in einer Zeit ständig wachsender kapitalistischer multinationaler Verschränkung einen neuen Sozialismusbegriff ausdenken, der den Kapitalismus nicht ausschaltet und Klassenkampf durch Sozialpartnerschaft ersetzt. Aber was man nicht kann, ist: Ein solches Manöver im Innersten selbst glauben.&#8221;</p>
<p>Das Werbemedium Leuchtkasten verweist auf die andauernde Aktualität dieser Einschätzung Frieds. Von diesem Leuchtkasten weg ist in der Passage, in der die Zugänge zu den Büros des Stadtgemeindeamts Kapfenberg sind, folgender Text Erich Frieds als 46 m lange und 17 cm breite Bodenbeschriftung in weißer und schwarzer Farbe angebracht:</p>
<p>Ein Land in dem / behördliche Sprecher erklären: / &#8220;Unsere Richter / sprechen manchmal auch Unrecht / und unsere Polizei ist oft brutal / und gleiches Recht für alle ist selten / und außerdem gibt es / politische Prozesse / und auch sonst noch einiges / was nicht leicht zu rechtfertigen ist / Und manche Gefängnisse / und Heil- und Pflegeanstalten / und Kranken- und Waisenhäuser / und Jugend- und Altersheime / sind nicht so wie sie sein sollten &#8211; / und Arbeiter werden / immer noch ausgebeutet / Und ob wir uns immer / nach dem Willen des Volkes richten / und ob das Volk / gut genug informiert wird / und wie weit man wirklich / sagen kann &#8220;hier herrscht Freiheit&#8221; ist zweifelhaft&#8221; // Ein Land / in dem behördliche Sprecher / so etwas sagen / und zum Zweifel auffordern / wäre ganz ohne Zweifel / das Land meiner Träume / das ich liebe / und in dem ich wohnen will</p>
<p>Folgt man beim Lesen der Bodenbeschriftung, wird im neueren Teil der Passage der zweite Leuchtkasten sichtbar. Über einem Foto, das mehrere behelmte Polizisten zeigt, die offensichtlich einen Demonstranten zu Boden gestoßen haben, wurde ein Ausschnitt aus Frieds Gedicht &#8220;Zur Kenntlichkeit&#8221; (1975-1977) gesetzt:</p>
<p>Ist eine Demokratie / in der man nicht sagen darf / daß sie keine / wirkliche Demokratie ist / wirklich eine / wirkliche Demokratie? Die Erich Fried Passage beim Koloman-Wallisch-Platz in Kapfenberg ist permanent öffentlich zugänglich.</p>
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